DAK-Serviceleiter Ewald Stemme (rechts) und sein Stellvertreter Stefan Herbst zeigen Informationsmaterial der Krankenkasse für Versicherte von der Jugend bis zu Senioren. Lange
Kreis Schaumburg. Bis 15. März müssen die Versicherten entscheiden, ob und wie sie den Zusatzbeitrag zahlen. Eine Einzugsermächtigung und ganzjährige Vorauszahlung werden in diesem Jahr mit drei Euro Rabatt belohnt - also 85 statt 88 Euro Zusatzbeitrag. „Es liegen schon viele Einzugsermächtigungen vor, und bei der Jahreszahlung spart der Kunde schließlich auch Bankgebühren gegenüber der monatlichen Abbuchung“, sagt Stemme.
„Wir sind offensiv mit dieser Erhöhung umgegangen, setzen auf unsere Stärken und haben damit auch in diesem Jahr noch Wechsel zu uns erreicht“, erklärt Stemme. 2009 habe es sogar noch 300 neue Mitglieder gegeben, was den Stand auf 11 300 erhöhte. Damit sind etwa 19 000 Schaumburger bei der DAK versichert. Am 1. Januar dieses Jahres wurde außerdem mit der Hamburg-Münchener Ersatzkasse fusioniert, was die Marktposition weiter stärkt. Zudem gibt es laut Stemme immer wieder Anfragen von Privatversicherten über 55 (derzeit monatlich mindstens fünf), die gerne in die gesetzliche Krankenkasse zurückwollen. Doch das lässt der Gesetzgeber nicht mehr zu.
„Beim Anwachsen der Arbeitslosigkeit gehen unsere Einnahmen tendenziell zurück“, sagt Stemme. „Der Festbetrag pro Versichertem aus dem Gesundheitsfonds reicht bei uns nicht.“
Die DAK versucht mit eigener Qualität beim Kunden zu punkten. Gute Noten in Tests bei „Bild am Sonntag“, „Focus Money“, Stiftung Warentest und „Euro“ stehen zu Buche, die Zertifizierung durch den strengen TÜV Rheinland ebenfalls. Die Befragung eigener Versicherter brachte einen Zufriedenheitswert mit der Note 2,0. Zuverlässigkeit, Qualität, Verständlichkeit der Beratung, Einfühlungsvermögen und Engagement der Berater werden darin hoch geschätzt. Aus Schaumburg hatten 708 Versicherte geantwortet.
Die DAK ist in Schaumburg mit Geschäftsstellen in Stadthagen (acht Mitarbeiter) und Bückeburg (zwei bis drei) vertreten. Bereits Mitte der neunziger Jahre hat die DAK ihre Niederlassungen in Obernkirchen und Bad Nenndorf aufgegeben. Die Rintelner Niederlassung wurde Ende der neunziger Jahre geschlossen, der Bereich damals Hameln zugeordnet. Dies ist Anfang 2009 wieder umgedreht worden, nun wird Rinteln von Bückeburg und Stadthagen aus betreut. Im Zuge dieser jüngsten Umstrukturierung ist Stemme vom Niederlassungsleiter Bückeburg zum Serviceleiter Schaumburg in Stadthagen aufgestiegen. Der 57-Jährige hatte 1973 bei der DAK in Rinteln angefangen, war von 1988 bis 1993 auch in Hessisch Oldendorf tätig. Bekannt ist er vielen auch als Vizepräsident des Kreisschützenverbandes.
Für 2010 sind aufgrund des Zusatzbeitrags keine neuen Angebote geplant. Eine gute Vernetzung, zuverläsige Leistungen, hoher Bekanntheitsgrad und Empfehlungen sollen weiter für Stabilität im Mitgliederbestand sorgen. Statt eigener Präventionsangebote wie bei der AOK setzt die DAK auf Kooperation mit privaten Anbietern, deren Vorausetzungen nach dem Präventionsgesetz erst geprüft werden. „Das ist für unsere Versicherten besser, weil sie vor Ort Angebote nutzen können“, so Stemme. „Das hat sich bewährt, es unterstützt außerdem heimische Vereine und private Anbieter.“
Dietrich Lange