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00:17 13.05.2017
Wer mit dem Bus verreist, muss nur seinen Koffer und Urlaubslaune mitbringen. Quelle: pr.
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STADTHAGEN

Europa im Jahr 1887. In Paris beginnt der Bau des Eiffelturms, in Mailand wird Verdis „Otello“ uraufgeführt, in Deutschland legt Kaiser Wilhelm I. den Grundstein für den Nord-Ostsee-Kanal – und in Stadthagen gründet Christian Ruhe ein Fuhrgeschäft für Pferdeomnibusse und Ausflugskutschen. 130 Jahre später führt Johannes Wilkening-Ruhe den Betrieb „Ruhe-Reisen“ in vierter Generation. Über die Zeit haben sich viele Anekdoten angesammelt. Eine davon ist dem Geschäftsführer aber in besonderer Erinnerung geblieben.

Morgens um fünf war er zurück in Stadthagen

„An einem Sonntagnachmittag hat mich einer unserer Fahrer angerufen, der zu einer Tour aufgebrochen war und sich schon in Frankreich befand“, erzählt Wilkening-Ruhe. „Er sagte mir, er hätte gerade einen Koffer entdeckt, der für die Reise nach Marienbad bestimmt sei.“ Diese war für den Folgetag vorgesehen. „Ich habe mich sofort ins Auto gesetzt, bin nach Frankreich gefahren und habe den Koffer zurückgeholt.“ Morgens um fünf war Ruhe zurück in Stadthagen – der Gast hat nie etwas erfahren.

Das 130-jährige Bestehen wäre aber nicht mit vollem Körpereinsatz allein möglich gewesen. Man musste sich weiterentwickeln. Aus den Pferdeomnibussen sind Linienbusse geworden. Mittlerweile führen die Ausflüge mit Reisebussen quer durch Europa.

„Busreisen sind etwas Besonderes, man kann den Urlaub von Anfang an genießen“, schwärmt Betriebsleiter Willi Zervas. „Man muss nur den Koffer und Urlaubslaune mitbringen, alles andere wird vorzeitig organisiert und geplant.“ Unvergesslich bleibe die Gemeinschaft unter den Gästen. Darauf beruhe der Slogan „Gemeinsam Schönes Erleben“.

Herausforderungen im Linienverkehr

Der zukünftigen Entwicklung blickt Zervas gespannt entgegen. „Im Linienverkehr stellen wir uns den Herausforderungen des nächsten Jahrzehnts“, kündigt er an. „Vor allem ist die barrierefreie Beförderung wichtig.“

Bei der Anschaffung von Reisebussen werde weiterhin auf Komfort und Sicherheit Wert gelegt. „Technisch ist unsere Flotte auf einem guten Stand“, sagt Zervas. „Aber wir überlegen bei jeder Neuanschaffung, was technisch möglich, was wirtschaftlich leistbar ist.“ So will sich „Ruhe-Reisen“ auch in Zukunft stetig weiterentwickeln. tro

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