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„Wir könnten Silberhochzeit feiern“

Wirtschaft / Volksbank „Wir könnten Silberhochzeit feiern“

„Ich habe noch mit Lochkarten und mit Klarschriftstreifen gelernt“, blickt Heinz-Walter Wiedbrauck zurück ins Jahr 1972. Der heutige Vorstandsvorsitzende der Volksbank Hameln-Stadthagen hatte damals gerade seine Ausbildung bei dem Geldhaus begonnen. „Zum Glück gab es keine Buchungsautomaten mehr“, lacht er.

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Seit mehr als 40 Jahren ist Heinz-Walter Wiedbrauck für die Volksbank tätig – den größten Teil davon als Vorstandsmitglied.

Quelle: bes

Landkreis (bes). Allerdings hatte es lange nicht danach ausgesehen, dass der Hamelner in der Finanzbranche Karriere macht. „Ich habe vorher die Landwirtschaftliche Lehranstalt in Hameln besucht und habe die Prüfung zum staatlich geprüften Wirtschafter in der Landwirtschaft abgelegt.“ Dass er den elterlichen Hof schließlich doch nicht übernommen hat, lag daran, dass sein Vater nach dem Abschluss und der Bundeswehrzeit erst 49 Jahre alt war. „Ich hatte damals auch die Möglichkeit, Agraringenieurwesen zu studieren und mehrere Angebote“, erinnert sich Wiedbrauck. Am Ende entschied er sich für die Hamelner Volksbank und wurde zum Bankkaufmann umgeschult.
Innerhalb weniger Jahre durchlief der heute 61-Jährige diverse Abteilungen wie die Innenrevision und die Personalabteilung, bis er 1985 in den Vorstand der Bank aufrückte. „Der Bereich Personal ist mir immer treu geblieben“, erklärt er mit einem Lachen und verweist darauf, dass diese Aufgaben auch heute noch in seinen Tätigkeitsbereich als Vorstandsmitglied fallen.
Bereits zwei Jahre nach seiner Berufung in den Vorstand stand mit der Fusion mit der Volksbank Hessisch Oldendorf eine erste große Veränderung an. Die zweite war Anfang Oktober 1988 die Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden. „1988 rückte auch Klaus Meyer in den Vorstand auf. Wir könnten im kommenden Jahr Silberhochzeit feiern“, scherzt Wiedbrauck angesichts der langjährigen und engen Zusammenarbeit.
Auch die kommenden Jahre waren von Fusionen geprägt. 1998 schlossen sich die Volksbanken Hameln und Bad Pyrmont/Emmerthal zusammen, sechs Jahre später entstand die Volksbank Hameln-Stadthagen. „Als ich 1972 angefangen habe, hatte die Volksbank Hameln 75 Mitarbeiter, jetzt sind es 215, die Mitgliederzahl hat sich seitdem von 3860 auf rund 39 000 erhöht. Die Bilanzsumme ist von 42,6 Millionen Euro auf etwa 1,2 Milliarden gewachsen.“
Dieses Wachstum führt der Vorstandschef auf mehrere Faktoren zurück. Einerseits habe sich die Zahl der Banken in Hameln verringert, andererseits haben die Fusionen auch zu dem Wachstumsprozess beigetragen. „Auch die vielen von uns betreuten Unternehmen sind in dieser Zeit gewachsen, und wir sind mitgewachsen“, verrät er im Hinblick auf die Bilanzsumme.
Trotz seiner vielfältigen Aufgaben als Vorstandschef versucht Wiedbrauck, den Kontakt zu den Kunden nicht abreißen zu lassen. „Wenn ein Kunde Probleme hat, bekommt er spätestens zwei Tage nach seinem Anruf einen Termin bei mir oder meinen Vorstandskollegen“, schildert er. Zudem lässt er es sich auch oft nicht nehmen, die von der Volksbank betreuten Unternehmen im Weserbergland selbst zu besuchen. „Das ist sehr wichtig und hat auch etwas mit der Beziehung zu den Kunden zu tun.“
Doch Heinz-Walter Wiedbrauck sieht seine Amtszeit nicht nur durch die Fusionen und das Wachstum geprägt. „Ich habe immer auch gebaut“, führt er schmunzelnd aus. So wurden die Hauptstellen in Hameln und Stadthagen von Grund auf saniert und modernisiert, und auch fast alle Geschäftsstellen werden ständig renoviert und auf den neuesten Stand gebracht.
„Wir wollen im kommenden Jahr die Geschäftsstelle in Lauenau umbauen“, blickt er voraus. „Zudem will ich die Volksbank weiterentwickeln und gute Ergebnisse schreiben“, nennt er weitere Ziele.
Als vertane Chance bewertet Heinz-Walter Wiedbrauck indes das Scheitern der Fusionsverhandlungen mit der Volksbank in Schaumburg. Aufgrund der geografischen Lage und der Aufsichtsauflagen hätte ein solcher Schritt sehr viel Sinn gemacht. Allerdings sei angesichts der Art und Weise, wie die Verhandlungen gescheitert sind, sicher, dass während seiner Amtszeit ein Zusammenschluss nicht im Bereich des Möglichen liegt.
Wann genau er seinen Platz an der Spitze des Instituts räumen will, lässt er indes offen. Eines sei jedoch sicher: Wenn er geht, dann vollständig. „Für mich ist es keine Alternative und eine ungünstige Konstellation, wenn man vom Vorstandsvorsitz in den Aufsichtsrat wechselt, womöglich noch an die Spitze.“ Schließlich solle der Nachfolger die Chance bekommen, sich frei zu entfalten. „Wenn man weg ist, ist man weg.“

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