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„Wir stehen offenbar noch ganz am Anfang“

Obernkirchen / Netzwerktreffen „Frau und Wirtschaft“ „Wir stehen offenbar noch ganz am Anfang“

 „Wir stehen mit der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege offenbar noch ganz am Anfang, werden aber zunehmend mit der Thematik befasst. Um als Arbeitgeber attraktiv zu sein, sind Informationen und Netzwerke unabdingbar“: Das ist das Fazit, welches Hans-Ulrich Born am Ende des 7. Netzwerktreffens des überbetrieblichen Verbundes „Frau und Wirtschaft“ bei der BKK 24 gezogen hat. Der Vorstand der Weserbergland AG: „Der erste Aufschlag ist im Feld. Wir bleiben mit unseren Partnern am Ball.“

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Mitwirkende beim 7. Unternehmens-Netzwerktreffen „Frau und Wirtschaft“ zum Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege“ bei der BKK 24.

Quelle: pr.

Obernkirchen. Der Einladung der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft, Weserbergland AG, waren zuvor Personalverantwortliche, Fachkräfte aus Pflege und Pflegestützpunkten sowie Netzwerkpartner gefolgt. Claudia Kuhlmann vom Fachdienst Altenhilfe des Landkreises Schaumburg und Sandy Battermann von der BKK24 informierten über Pflegezeitgesetz und Familienpflegezeit sowie über Angebote, die Pflegebedürftigen und ihren beschäftigten Angehörigen zur Verfügung stehen.
Lange stand bei der Diskussion über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie früher die Kinderbetreuung im Vordergrund: so auch beim ersten Unternehmens-Netzwerktreffen der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft vor zwei Jahren, das ebenfalls bei der BKK24 stattfand. Seitdem hat sich viel bewegt – bei der Kinderbetreuung, aber auch bei der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Friedrich Schütte, Hausherr und Vorstand der BKK24, erfreut sich heute an der Großtagespflegestelle BeKaLinoS im eigenen Haus.

Kuhlmann schilderte – beispielhaft auch für die neu eingerichteten Pflegestützpunkte der Landkreise Hameln-Pyrmont und Holzminden – welche Beratungsangebote Älteren und Pflegebedürftigen flächendeckend zur Verfügung stehen. Ob im niedrig schwelligen, ambulanten, teilstationären und stationären Bereich oder bei der Kostenberatung: Der Fachdienst kooperiert mit einem umfangreichen Versorgungsnetzwerk und koordiniert die Angebote. An einem Praxisbeispiel zeigte die Referentin Möglichkeiten auf, die sich einem an Demenz erkrankten 86-jährigen mit Pflegestufe eins bieten. Das breite Spektrum reicht – angefangen beim Antrag der richtigen Pflegestufe, über den Pflegedienst und die ehrenamtliche Seniorenbegleitung, Wohnraumberatung und die Nachbarschaftshilfe, beispielsweise für das Anbringen von Haltegriffen – bis zur Beratung bei der Finanzierung.
Bei der Pflege von Angehörigen, so die Fachfrau, stellt sich meist das Problem der Überforderung ein, zumal Not- und Pflegefall nicht planbar, Verlauf und Dauer nur schwer einschätzbar seien. Abhilfe könnten eine gute Beratung und eine pflegefreundliche Unternehmenskultur leisten, schlägt Kuhlmann vor.

Battermann erläuterte im Anschluss das Pflegezeitgesetz und die seit 1. Januar 2012 gesetzlich geregelte Familienpflegezeit im Detail. Letztere ermöglicht den Beschäftigten, ihre Arbeitszeit für die Pflege eines Angehörigen vorübergehend ohne große Einkommenseinbußen zu reduzieren.

„Doch wie sieht es in der Praxis aus?“, wollte Kirstin von Blomberg, Projektleiterin der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft, in der Talkrunde von den Unternehmen wissen. Diese bestätigten zwar, dass es immer mehr Beschäftigte gibt, die sich neben dem Beruf um pflegebedürftige Eltern, Großeltern und Partner kümmern, die gesetzliche Familienpflegezeit aber noch nicht erprobt und aus betrieblicher Sicht wohl auch schwer umsetzbar ist. Eine pflegesensible Personalpolitik, die auf einer Altersstrukturanalyse der Beschäftigten, Bedarfsermittlungen und einer guten Informations- und Kommunikationspolitik für Pflegende basiert, abgerundet durch flexible Arbeitszeiten, konnte sich die Runde der Personaler schon eher vorstellen.
Aber auch die zunehmende Bedeutung gezielter Gesundheitsvorsorge, damit Beschäftigte trotz Doppelbelastung bis zum Rentenalter fit bleiben, war Thema des Netzwerktreffens. Teilnehmerin Petra Roth gab aus ihrer Tätigkeit als Pflegekraft zu bedenken, dass Pflege für nicht geschulte Angehörige ohne Unterstützung auf Dauer wohl kaum zu leisten sei.

Zusammenfassend stellten die Teilnehmer fest, dass in Bezug auf die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege noch viel getan werden muss, um verträgliche Lösungen für Unternehmen, Beschäftigte und deren Angehörige zu erreichen.  tw

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