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Wirtschaft lokal Wohnortnähe immer stärker gefragt
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20:59 23.07.2009
Die Anzahl der Pflegeplätze nach Kommunen im Landkreis steht nicht im rechten Verhältnis zur jeweiligen Einwohnerzahl. Grafik: Landkreis
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„Früher gab es eine Bedarfsplanung, um Unterversorgung zu vermeiden“, erinnert sich Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier. „Heute haben wir eine Übersicht, aber das Angebot regelt der Markt.“ Nur mit seinen drei Kreisaltenheimen in der Kreisaltenheim Schaumburg gGmbH ist der Landkreis noch aktiv im Spiel. Neu bauen oder eweitern, das komme nicht in Frage, sagen Kreissozialamtsleiter Heinz Kraschewski und der kaufmännische Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH, Christoph Merseburger.

Aktuell gibt es im Landkreis 48 Altenpflegeeinrichtungen mit 3246 Plätzen sowie 21 ambulante Pflegedienste sowie verschiedene Formen und Anbieter von Tagespflege. „Wir haben damit eine hohe Dichte an Heimen und Pflegeformen, die heute am Markt gefragt sind“, stellt der Landrat fest. Und das Angebot wird noch wachsen. Als neue Projekte sind geplant beziehungsweise im Bau:

l Lauenau: Erweiterung „Nora“ um 62 Plätze.
l Rinteln: Neubau am Seetor mit 81 Plätzen;
l Hagenburg: Erweiterung des Heims Kaschube um 48 Plätze.

Zudem gab es in den vergangenen Monaten Berichte über Neubaupläne in der Rintelner Nordstadt und in Pollhagen.

Steuert Schaumburg auf eine Marktübersättigung zu? „Das ist von Ort zu Ort zu betrachten, weil heute die wohnortnahe Unterbringung am stärksten gefragt ist“, sagt Merseburger. „In Stadthagen spüren wir da noch Nachfrage, in Helpsen auch.“

Die Auslastung der Heime im Landkreis liegt bei 85 Prozent, in Stadthagen wegen unterdurchschnittlicher Angebotsmenge jedoch bei fast 100 Prozent. Dafür gibt es mehr Leerkapazitäten in Bad Eilsen, Bad Nenndorf und im Auetal. 60 bis 70 Prozent der Heimbewohner kommen inzwischen aus dem Ort des Heims, etwa 20 Prozent aus angrenzenden Gemeinden, nur etwa zehn Prozent noch von weiter außerhalb, erklärt Kraschewski. „Die Auswärtigen ziehen meist mit ihren Angehörigen mit und gehen dann dort ins Altenheim.“

Die Tendenz ist auch in Schaumburg unübersehbar: Der Einzug ins Altenheim erfolgt immer später und bei immer größerer Pflegebedürftigkeit. Das senkt auch die Aufenthaltsdauer. Hinzu kommt ein zunehmender Anteil dementiell Betroffener, die bereits ein Drittel der Heimbewohner ausmachen. Deshalb werden im Landkreis bereits mehr als 50 zusätzlich ausgebildete Betreuungshelfer für Demente in den Heimen eingesetzt, und es werden weitere ausgebildet. Der vorgenannte Trend wird auch dadurch verursacht, dass Senioren immer länger eigenständig wohnen und Familien dann zunächst die Pflege übernehmen wollen, was die Bundes- und Landespolitik wegen niedrigerer Kosten gerne sehen.

In den Schaumburger Heimen sind folgende Trends zu erkennen:

l Vom Seniorenwohnen über betreutes Wohnen bis zu Pflege und Schwerstpflege alles an einem Standort integriert anzubieten (Beispiele Rosenhof und Josua-Stegmann-Heim Stadthagen, Sonnenhof Obernkirchen, kirchliche Heime in Bückeburg).

l Mehr wohnortnahe Angebote.

l Mehr Kapazitäten für Pflegefälle und Demente, allerdings nicht durch neue Spezialheime, sondern durch integrierte Lösungen.

Die Heime sind selbst und mit ihren fast 3000 Mitarbeitern ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Landkreis. Die Attraktivität Schaumburgs als Alterssitz für Senioren durch medizinisch Fachkompetenz zu stärken, hält der Landrat zwar für eine Option, legt sich aber nicht fest. Es gebe im Bereich Gerontopsychiatrie eine Zusammenarbeit mit der Burghofklinik in Rinteln, aber aus einem der in wenigen Jahren sich leerenden Krankenhäusern eine Seniorenklinik zu machen, das sehe er bisher nicht.

Lohndumping verzeichnet der Landkreis in den Schaumburger Altenheimen bisher nicht, die Heimaufsicht berichte von Löhnen über dem geplanten Mindestlohn. Dass in Niedersachsen die niedrigsten Pflegesätze in Westdeutschland gezahlt werden, erlaube aber auch keine größeren Sprünge nach oben. Einen sich verschärfenden Wettbwerb um den Heimnewohner sieht Merseburger im Qualitäts- und im Preisbereich. An den Neuinvestitionen könne man sehen, wo noch Bedarf ist. In anderen Orten könnten ältere Heime Probleme bekommen, wenn Zuzüge aus der Nachbarschaft ausbleiben, weil der Wunach nach Wohnortnähe nun auch dort erfüllt werden kann. Dietrich Lange

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