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Wrede: Ohne Industrie „stirbt der Handel“

Bückeburg / Einschätzung Wrede: Ohne Industrie „stirbt der Handel“

Die aktuelle Wirtschaftslage im Landkreis Schaumburg und die Perspektiven für die Zukunft sind Thema eines Vortrags gewesen, zu dem die Senioren-Union der CDU Bückeburg ins Restaurant „Altes Forsthaus“ eingeladen hatte. Als Experte referierte Martin Wrede, Leiter der Geschäftsstelle Stadthagen der IHK Hannover.

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In seinem Vortrag zeigte sich Martin Wrede erfreut über die hohe Zahl an neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen, warnte zugleich aber davor, potenzielle Arbeitgeber zu verprellen.

Quelle: wk

Bückeburg (wk). Als Wirtschaftsraum sei der Landkreis Schaumburg durch starke Gegensätze geprägt, führte der Diplom-Volkswirt in die Materie ein. So sei dieser einerseits am Rande Niedersachsens gelegen, andererseits aber insofern zentral, indem er als „Brücke“ zwischen den sehr dynamischen Wirtschaftsregionen Hannover und Ostwestfalen-Lippe fungiert, in denen es allerdings in konjunktureller Hinsicht deutlich besser laufe als in Schaumburg. Zudem werde das Schaumburger Land von bedeutenden Verkehrsachsen wie etwa der A 2, dem Mittellandkanal und Bundesstraßen durchzogen. Viele Landes- und Kreisstraßen dagegen seien sanierungsbedürftig.

 Zur erfolgten Einbindung in das Regionale Entwicklungskonzept Weserbergland, an dem auch die Kreise Nienburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden beteiligt sind, merkte Wrede an, dieses Konstrukt sei „keine geborene Wirtschaftsregion“. Deswegen fänden wirtschaftliche Verflechtungen allenfalls in Teilbereichen statt, „was die Entwicklung nicht einfacher macht und nicht besonders fördert“. Überdies verfüge das Schaumburger Land nicht nur über ein wirtschaftliches Zentrum, sondern habe gleich „vier ähnlich starke Mittelzentren, die sich manchmal behindern, aber manchmal auch unterstützen“.

 „Wir können hier im Landkreis wenig machen, ohne auf die Belange von Hannover Rücksicht zu nehmen“, sagte Wrede. Exemplarisch verwies er auf die vor Kurzem erfolge Ansiedelung eines mit einer Verkaufsfläche von rund 2000 Quadratmetern vergleichsweise kleinen „Media-Markts“ in Stadthagen. Dieses Vorhaben im Rahmen des Landesraumordnungsprogramms (LROP) möglich zu machen, habe „schon einige intellektuelle Verrenkungen und Gehirnschmalz“ sowie eine besondere Argumentation erfordert.

 Zur konkreteren Beschreibung der wirtschaftlichen Situation bediente sich der Referent dann einer ganzen Reihe statistischer Vergleichswerten: Demnach sind beispielsweise in Stadthagen seit 1998 54 Prozent der industriellen Arbeitsplätze verloren gegangen, in Niedersachsen dagegen nur elf Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt des Landkreises Schaumburg ist laut Wrede von 1999 bis 2009 um 1,7 Prozent gesunken, während es im Kreis Hameln-Pyrmont im selben Zeitraum um 18,9 Prozent gestiegen ist. Beide Landkreise weisen eine „relativ moderate“ Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent beziehungsweise 7,7 Prozent (Stand 2011) auf.

 Für die Zukunft prognostizierte der Diplom-Volkswirt, dass die „Arbeitsplätze qualitativ immer wissensbasierter und die Tätigkeiten zunehmend produktiver“ werden. Vor diesem Hintergrund empfahl er, Medienberichte über einen „für das Jahr 2030 oder wann auch immer“ angeblich bevorstehenden Fachkräftemangel kritisch zu betrachten. Bezogen auf den sich auch im Landkreis Schaumburg vollziehenden Strukturwandel hin zu einer stärkeren Dienstleistungsgesellschaft mahnte er an, dass dort, wo die Industrie weggeht, auch die Dienstleistungsbranche folgen und der Einzelhandel sterben würde: „Denn es fehlt die wirtschaftliche Dynamik, die von den Industriebetrieben ausgeht.“

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