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11:19 31.07.2018
Ein Rettungsschwimmer eilt zu einer zu ertrinken drohenden Person. Quelle: obs/DLRG

Was führt zu Badeunfällen?

Nichtschwimmer, die verunglücken. Menschen, die ihre Kräfte überschätzen. Ein Herzinfarkt mitten im See – Gründe, aus denen Menschen beim Schwimmen oder Baden ertrinken, gibt es viele. Nicht selten sind auch Übermut, Alkohol oder Drogen im Spiel.

Wie lange können Menschen unter Wasser bleiben?

Wer den Kopf unter Wasser hält, muss nicht gleich ertrinken – schließlich können Menschen ja auch ganz bewusst tauchen. Wie lange es ein einzelner Mensch unter Wasser aushält, lässt sich aber nicht auf einen bestimmten Wert festlegen, erklärt Hanno Thomas, Medizinreferent bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

Denn das hängt von verschiedenen Faktoren ab: Gesunde Menschen mit viel Training und in Ruhe halten es länger aus, als ein wild strampelnder Mensch in Panik und schlechter körperlicher Verfassung. Aber ob nach nur einer Minute oder wie bei absoluten Profis nach zehn Minuten: Irgendwann ist die Kohlenstoffdioxid-Konzentration im Blut zu hoch. Der Körper signalisiert: Atmen wäre wieder angebracht. Der Drang, Luft zu holen, wird dann immer größer.

Was passiert beim Ertrinken im Körper?

Wer ertrinkt erstickt. Das passiert so: Wenn Wasser in die Atemwege gelangt, verkrampft sich die Stimmritze im Kehlkopf. „Schon ein einziger Tropfen kann das auslösen“, erklärt Thomas. Der Stimmritzenkrampf ist eigentlich als Schutzmechanismus gedacht, er soll verhindern, dass zum Beispiel beim Verschlucken Flüssigkeit in die Lunge gelangt. Die Folge des Krampfes: Man kann nicht mehr atmen. Auch dann nicht, wenn man in diesem Moment an die Oberfläche geholt wird. Denn der Krampf im Kehlkopf lässt sich – genau wie ein Krampf im Bein – nicht aktiv lösen.

Der Sauerstoffmangel führt dann dazu, dass die Ertrinkenden ohnmächtig werden. „Nach drei bis fünf Minuten sterben die ersten Gehirnzellen“, sagt Thomas. Schäden an Gehirn und anderen Organen wie zum Beispiel der Lunge sind die Folge.

Bei den meisten Menschen löst sich der Stimmritzenkrampf während des Ertrinkens nicht. Bei etwa zehn bis fünfzehn Prozent, schon. Wenn dann eingeatmet wird, gelangt Wasser in die Lunge. Früher wurde deshalb zwischen „nassem“ und „trockenem“ Ertrinken unterscheiden. Also: War viel Wasser in der Lunge oder nicht? Doch wirklich Sinn hat diese Unterscheidung nicht, sagt Thomas: „Denn entscheidend ist der Sauerstoffmangel.“

Warum können Menschen, auch auf dem Trockenen „ertrinken“?

Wenn Wasser in die Lunge gerät, können die Lungenbläschen verkleben. Durch den Sauerstoffmangel wird dieser Effekt noch verstärkt. Dann funktioniert der Sauerstoffaustausch nicht mehr richtig. Das muss sich aber nicht gleich bemerkbar machen, sondern kann auch noch Stunden später auftreten. Selbst wenn ein Geretteter Wasser ausgespuckt hat und wieder einen einigermaßen fitten Eindruck macht, sollte man ihn deshalb trotzdem 24 Stunden im Krankenhaus beobachten, sagt Thomas.

Ein höheres Risiko besteht dabei für Kinder. Nicht, weil der Prozess bei ihnen stärker wirkt, sondern weil sie häufiger und wilder mit Wasser spielen und geringere Reserven gegenüber Sauerstoffmangel haben. „Kinder können sich schlecht selbst retten. Je kleiner sie sind, desto größer ist relativ zur Körpergröße ihr Kopf, den sie dann nicht mehr über die Wasseroberfläche bekommen“, sagt Thomas. Sind Eltern nur ein paar Sekunden unaufmerksam, kann das schon gefährlich sein, warnt der Experte vom DLRG.

Macht es einen Unterschied, ob jemand in Süß- oder Salzwasser ertrinkt?

Praktisch gesehen: nicht wirklich. Zwar sind im Salzwasser Ionen enthalten, die dazu führen, dass die umliegenden Zellen mehr Wasser in die Lunge pumpen. Aber für den Ertrinkenden selbst ist der Unterschied minimal, denn: der Sauerstoffmangel ist das entscheidende.

Welche Rolle spielt die Wassertemperatur?

Die Wassertemperatur kann tatsächlich einen Unterschied machen. „Bei kaltem Wasser sinkt mit jedem Grad der Sauerstoffbedarf von Gehirn und Organen um sechs Prozent.” Die Chance, keine Folgeschäden zu erleiden, ist dann größer. So gebe es Fälle von Kindern, die bei fünf Grad Wassertemperatur nach fast einer Stunde wiederbelebt werden konnten. Gleichzeitig ist in kaltem Wasser aber auch die Gefahr größer, auszukühlen. Auch das kann Organschäden verursachen. Doch auch hier gilt: Letztlich entscheidend ist die Zeit unter Wasser ohne Sauerstoff.

Von Anna Schughart/RND

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