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Wissen Forscher bauen Holodeck für Mäuse und Fische
Nachrichten Wissen Forscher bauen Holodeck für Mäuse und Fische
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11:13 23.08.2017
Andrew Straw an der Universität Freiburg vor dem Experimentaufbau mit einem Holodeck. Quelle: dpa
Freiburg/Wien

Die Raumschiff-Crew aus der Serie Star Trek kann sich nach Lust uns Laune die passende Umgebung per Knopfdruck auf dem Holodeck erschaffen. Nun gibt es eine Art Holodeck auch in echt – wenn auch nur für Mäuse, Fische und Fliegen, wie Forscher im Fachblatt „Nature Methods“ schreiben. Die Forscher aus Freiburg und Wien gaukeln ihnen eine bestimmte Umgebung vor, um ihre Reaktion darauf zu studieren.

Das Holodeck ein nach oben offener Kasten, an dessen Innenwände verschiedene Bilder projiziert werden können. „Wir haben eine umfassende, dreidimensionale virtuelle Realität geschaffen, in der sich die Tiere frei bewegen“, sagte Andrew Straw von der Universität Freiburg.

Erstes Ergebnis: Mäuse leiden unter Höhenangst

Damit könne man erforschen, wie Tiere Gegenstände, ihre Umwelt und andere Lebewesen sehen. Das Holodeck ist für Experimente mit Mäusen, Fischen und Fliegen konzipiert – also Tiere, die häufig in der Neurobiologie und der Verhaltensforschung zum Einsatz kommen.

Die Forscher stellten in ersten Tests beispielsweise fest, dass Mäuse an Höhenangst leiden. Die Wissenschaftler fanden zudem heraus, dass Zebrafische einem Anführer eher folgen, wenn dieser seine Schwimmrichtung an den Schwarm anpasst. Dafür hatten die Forscher einen virtuellen Fisch auf dem Holodeck simuliert und geschaut, ob und unter welchen Bedingungen die echte Fischgruppe dem künstlichen Anführer folgte.

Inspiration stammt wirklich aus Star Trek

Die Wissenschaftler verfolgten mit bis zu elf Kameras die Bewegungsmuster der Tiere auf dem Holodeck. Das „Holodeck“ erlaube Experimente, die in der realen Welt nicht möglich seien, schreiben die Forscher. Bislang war es ihren Angaben zufolge nicht möglich, Interaktionen zwischen mehreren Individuen direkt zu manipulieren.

Ideengeber für das „Holodeck“ war Straw zufolge die Fernsehserie Star Trek. Die Wissenschaftler wollen mit der virtuellen Realität auch zukünftig weiter experimentieren. Sie erhoffen sich unter anderem Einblicke in komplexe Verhaltensweisen wie der Navigation. Zudem interessiert sie, welche Regeln in sozialen Gruppen wichtig sind.

Von RND/dpa