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Wissen Mit Achtsamkeit gegen Alzheimer
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15:08 08.01.2018
Zur Person: Helmut Nowak ist Coach und Lehrer für Achtsamkeit und Stressbewältigung und schildert hier regelmäßig, wie man lernt, bewusster zu leben. Quelle: privat
Hannover

Die Alzheimer-Krankheit äußert sich in einer fortschreitenden Degenerierung des Gehirns und tritt mit zunehmendem Alter immer häufiger auf. Erste Anzeichen einer Erkrankung sind Gedächtnisstörungen, gefolgt von Orientierungseinschränkung, Sprachschwierigkeiten und motorischen Störungen. Alzheimer führt letztlich zum völligen Verfall der Persönlichkeit sowie einer ständigen Pflegebedürftigkeit und gilt bislang in der Schulmedizin als unheilbar.

Dort wird das Auftreten von sogenannten Amyloid-Plaques im Gehirn als Ursache der Erkrankung gesehen. Dabei handelt es sich um Ablagerungen von Eiweißbruchstücken, die angeblich die Kommunikation der Nervenzellen im Gehirn beeinträchtigen. Demzufolge versucht die Pharmaindustrie seit Jahren Medikamente herzustellen, die diese Plaques verhindern oder gar auflösen – bislang ohne nennenswerten Erfolg.

Nonnenstudie liefert bahnbrechende Erkenntnisse

Das Verständnis der Alzheimer-Erkrankung hat sich mittlerweile allerdings grundlegend verändert. Bahnbrechend waren drei Beobachtungen beziehungsweise Studien von unabhängigen Forschern. Eine ist die sogenannte Nonnenstudie von David Snowdon, Alzheimer-Forscher an der Uni von Kentucky.

Die Studie läuft seit 1986 unter Beteiligung von mehr als 600 amerikanischen Nonnen eines katholischen Ordens. Die Nonnen sind im Alter zwischen 76 und 107 Jahren. Sie unterziehen sich regelmäßigen Tests ihrer geistigen Leistungsfähigkeit und haben fast alle zugestimmt, dass ihr Körper nach dem Tod der medizinischen Forschung überlassen wird. Es ist bemerkenswert, dass die Nonnen bis ins hohe Alter nahezu keine kognitiven Einschränkungen zeigen. Im Gegenteil, sie sind geistig höchst aktiv und lebendig. Bis zu ihrem Tode zeigen sie nahezu keine Anzeichen von Demenz. Die Forscher sind allerdings „vom Hocker gefallen“, als sie sich die Gehirne der verstorbenen Nonnen unter dem Mikroskop ansahen: Die Gehirne waren teilweise durchsetzt von Plaques, also hochgradig dement. Damit war klar: Die Plaques können nicht der Grund für Alzheimer sein.

Stress als gesundheitsschädigender Einflussfaktor

In diesem Zusammenhang weist der renommierte Hirnforscher Gerald Hüther darauf hin, dass es zwei existenziell bedeutsame Grundbedürfnisse des Menschen gibt: Zum einen das nach Verbundenheit, Vertrauen sowie Zugehörigkeit und zum anderen das nach Entwicklung und Autonomie. Je besser diese Bedürfnisse erfüllt sind, desto ausgeprägter ist unser Kohärenzgefühl, ein Gefühl, das sich einstellt, wenn es in unserem Leben irgendwie stimmig ist. Andersherum gesagt: Je weniger diese Bedürfnisse erfüllt sind, desto größer ist der gesundheitsschädigende Einfluss infolge von erlebter Spannung, sprich Stress. Damit hatte man eine plausible Erklärung, warum die Nonnen keine Alzheimer-Symptome aufwiesen.

Die zweite Erkenntnis lieferte der amerikanische Forscher Pat McGeer. Es ist ihm gelungen, erstmals eine Entzündungskrankheit als Hauptursache für Alzheimer nachzuweisen. Wenn eine Entzündung die Ursache von Alzheimer ist, so seine Idee, dann müssten Rheumapatienten, die starke entzündungshemmende Medikamente nehmen, eigentlich von der Krankheit verschont bleiben.

Achtsamkeitsmeditation zur Vermeidung von Alzheimer

Als Nachweis hat Pat McGeer große Rheumakliniken weltweit angerufen und nach Rheumapatienten gefragt, die im Verlaufe ihrer Krankheit auch Alzheimer bekamen. Ergebnis: Es gab so gut wie keine Fälle von Demenz in Rheumakliniken. Eine weitere wissenschaftliche Studie ergab, dass Achtsamkeitsmeditation sowohl den Stress als auch die Entzündungsmarker im Blut, welche für chronische Entzündungen verantwortlich sind, reduziert.

Die dritte Studie lieferten Forscher um Dale Bredesen von der University of California. Sie hatten zehn Teilnehmer mit Alzheimer-Erkrankung im Anfangsstadium intensiv betreut und für jeden individuell einen Betreuungsplan entwickelt. Dieser Plan enthält 36 Punkte mit Ernährungsvorgaben, kognitivem Training und unterschiedlichen Dosierungen von Vitaminen. Auch achteten die Wissenschaftler darauf, dass die Teilnehmer weniger Stress hatten und etwa acht Stunden pro Tag schliefen. Die Ergebnisse waren sensationell: Alle Patienten bis auf einen, bei dem die Erkrankung schon sehr weit fortgeschritten war, hatten nach monatelanger Therapie Fortschritte gemacht und verlorene Fähigkeiten wiedererlangt. Der Autor Michael Nehls verweist auf die Bedeutung von Achtsamkeitsmeditation als wirksame Methode zur Bewältigung von Dauerstress und damit auf die hervorragende Rolle bei der Vermeidung von Alzheimer.

Den Autor erreichen Sie unter: www.achtsamkeit-und-co.de

Von Helmut Nowak/RND

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