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Nachrichten Wissen Klimawandel vertreibt Nordsee-Arten
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15:36 02.06.2016
Der Klimawandel bedroht die heimische Nordsee-Fauna. Quelle: dpa
Wilhelmshaven

In der Nordsee werden nach einer neuen Studie zum Ende des Jahrhunderts deutlich weniger heimische Arten leben. Mehr als die Hälfte der am Boden lebenden heimischen Fauna verliert ihren Lebensraum, haben Senckenberg-Wissenschaftler in Wilhelmshaven berechnet. Das deutsch-norwegische Forscherteam führt den Artenschwund in Modellrechnungen auf den Klimawandel zurück.

Krabben werden bleiben

Danach bleiben etwa 65 Prozent der Organismen in der Nordsee, verlagern aber ihren Lebensraum. So ziehen Seesterne bis zu 100 Kilometer in den Norden, Einsiedlerkrebse dagegen in den Süden. Die Forscher gehen davon aus, dass freiwerdende Lebensräume künftig von einwandernden Arten besetzt werden.

Kleiner Trost für die Fischer: Krabben werden im Küstenbereich und im Watt bleiben und sich nach Norden ausbreiten, wie die Wissenschaftler im Fachjournal "Estuarine, Coastal and Shelf Science" erläutern.

Insgesamt soll der globale Klimawandel mit einem Anstieg von Wassertemperatur und Salzgehalt bis zum Jahr 2099 aber drastische Folgen haben. So verlieren 49 von 75 untersuchten Arten, die am Boden leben, ihren Lebensraum. "In der Deutschen Bucht und der südlichen Nordsee wird es einen massiven Verlust der heimischen Fauna geben", sagte Michael Weinert, Erstautor der Studie.

Sinkende Wasserqualität bedroht Fischbestände

Weitere Folgen: Wenn etwa Seeigel fehlen, werden Sedimente weniger durchwühlt und organisches Material weniger abgebaut, zudem sinkt der Sauerstoffgehalt im Meeresboden. Der Verlust solcher "Ökosystem-Dienstleister" kann laut Studie dazu führen, dass die Nordsee weitere menschliche Einflüsse nicht mehr abpuffern kann.

Mit sinkender Wasserqualität könnten zudem kommerziell wichtige Fischbestände zurückgehen. Grundlagen für die Berechnungen waren Modelldaten zu Wassertemperatur und Salzgehalt. Diese wurden mit eigenen Langzeit-Messreihen aus der Nordsee kombiniert. Weinert schließt nicht aus, dass die vorausgesagten Verschiebungen schon früher eintreffen als bisher angenommen.

dpa/RND

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