Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Wissen Rückruf: Blutdrucksenker könnte verunreinigt sein
Nachrichten Wissen Rückruf: Blutdrucksenker könnte verunreinigt sein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:04 09.07.2018
Eine Bewohnerin einer Seniorenwohnanlage bekommt den Blutdruck gemessen. Quelle: dpa
Bonn

Die Behörden wollen Blutdrucksenker, die auf dem Wirkstoff Valsartan basieren, teilweise zurückrufen. Die Arzneimittel könnten mit einer potenziell krebserregenden Substanz verunreinigt sein. Konkret geht es laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) um Medikamentenchargen, deren Wirkstoff vom chinesischen Unternehmen Zhejiang Huahai Pharmaceutical hergestellt wurde. Noch ist nicht bekannt, um welche Chargen es sich bei dem EU-weiten Rückruf konkret handelt. Die Experten warnen Patienten vor einem Absetzen der Mittel.

„Bislang liegen noch keine Erkenntnisse darüber vor, ob und in welchen Konzentrationen die Verunreinigung in den hieraus hergestellten Arzneimitteln enthalten ist“, sagte Institutssprecher Maik Pommer am Donnerstag in Bonn. Valsartan sei relativ weit verbreitet. Aber: „Ein akutes Patientenrisiko besteht nicht.“

Patienten sollten mit ihrem Arzt sprechen

Laut BfArM ist der blutdrucksenkende Wirkstoff produktionsbedingt mit N-Nitrosodimethylamin verunreinigt. Die Substanz könnte laut der Internationalen Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) krebserregend sein. Europaweit werde nun untersucht, ob möglicherweise andere Arzneimittel betroffen sein könnten, die chemisch verwandte Wirkstoffe enthalten.

Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt verunsicherten Patienten, ihre blutdrucksenkenden Arzneimittel nicht eigenmächtig und ohne Rücksprache mit ihrem Arzt abzusetzen. „Wir gehen davon aus, dass sehr rasch die Liste der betroffenen Medikamente vorliegen wird und eine koordinierte Rückrufaktion erfolgen wird“, teilte die Organisation in Heidelberg mit. Auch das Bundesinstitut warnte: „Das gesundheitliche Risiko eines Absetzens liegt um ein Vielfaches höher als das mögliche Risiko durch eine Verunreinigung.“

Von RND/dpa