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Nachrichten Wissen So unterschiedlich reagieren Affen auf Kamerafallen
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17:31 15.03.2019
Von wegen bitte Lächeln: Bonobos reagieren auf Kamerafallen eher ängstlich. Quelle: istock
Leipzig

Die einen inspizieren neugierig die Kamera, die anderen nehmen lieber schnell Reißaus, andere sitzen interessiert davor wie vor einer Fernsehsendung: Ein Video des Leipziger Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) zeigt, wie Schimpansen, Gorillas und Bonobos auf Kamerafallen im afrikanischen Busch reagieren.

Die drei unterschiedlichen Menschenaffen reagierten ganz unterschiedlich auf unbekannte, vom Menschen stammende Objekte in ihrer Umgebung, so das Fazit der Forscher, die Videos von Kamerafallen im Lebensraum der Affen ausgewertet hatten. Die Studie liefere wichtige Erkenntnisse zum Verhalten der Menschenaffen. Sie könne aber auch dabei helfen, künftige Freilandstudien mit Kameras besser zu planen, schreiben die Forscher im Fachmagazin „Current Biology“.

Mehr als 2000 Videos von Affen ausgewertet

„Unser Ziel war es, die Reaktionen von Schimpansen, Bonobos und Gorillas auf unbekannte Objekte in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten“, erläutert Ammie Kalan vom MPI-EVA. Eine zentrale Frage sei dabei gewesen, ob die Anwesenheit von Forschungsausrüstung wie Kamerafallen das Verhalten der Tiere beeinflusst – und ob es Unterschiede zwischen den drei Menschenaffen gibt.

Die Wissenschaftler sammelten mehr als 2000 Videos aus Kamerafallen, die in 43 Gruppen von Schimpansen, Bonobos und Gorillas an 14 Orten in Äquatorialafrika aufgenommen worden waren. Auf den Videos ist zu sehen, wie sich einzelne Tiere oder Gruppen den Kameras nähern, verharren, die Kameras betrachten und sich dann darauf zu bewegen oder sich entfernen. Die Forscher werteten genau aus, ob und welche Tiere wie lange in die Kamera schauten und ob sie eher neugierig oder ängstlich reagierten.

Schimpansen neugierig, Bonobos ängstlich

Besonders überrascht waren die Forscher von der unterschiedlichen Reaktion der Gemeinen Schimpansen und der Bonobos, zweier eng verwandter Schwesternarten. „Die Schimpansen interessierten sich generell eher weniger für die Kamerafallen – sie schienen ihre Anwesenheit kaum zu bemerken und fühlten sich im Allgemeinen nicht von ihnen gestört“, beschreibt Kalan. „Die Bonobos hingegen fühlten sich von den Kamerafallen gestört, sie näherten sich ihnen nur zögerlich oder hielten sich sogar absichtlich von ihnen fern.“

Einer gängigen Hypothese zufolge sollten besonders Schimpansen neugierig sein. Sie nutzen zum Beispiel häufig Stöcke als Werkzeuge, um an Nahrung heranzukommen. Ein solch innovatives Verhalten setzt Neugier voraus. Möglicherweise seien die Kamerafallen einfach nicht interessant genug gewesen, vermuten die Forscher. Andere Gegenstände hätten vielleicht größeres Interesse hervorgerufen.

Junge Affen reagieren wie Menschenkinder

Bei allen Arten inspizierten die jüngeren Tiere die Kamerafallen länger als die älteren. „Wie Menschenkinder nehmen auch junge Menschenaffen viele Informationen auf, um mehr über ihre Umgebung zu erfahren. Ihre Neugier hilft ihnen dabei“, so Kalan. Die Affen schauten grundsätzlich auch länger in die Kameras, wenn sie allein unterwegs waren, als wenn sie in einer Gruppe kamen. Dies könne ein Beleg für die Annahme sein, dass Tiere weniger wachsam sind, wenn sie in Begleitung ihrer Artgenossen unterwegs sind.

Die gefundenen Unterschiede müssten berücksichtigt werden, wenn es darum geht, Beobachtungsdaten aus dem Freiland zu sammeln und auszuwerten, schreiben die Forscher. „Um diesen Effekt einzudämmen, sollte es Vorbereitungsphasen geben, in der sich die Wildtiere an die neuen Objekte gewöhnen können“, so Kalan.

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Von RND/dpa/so

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