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Wissen Wespenplage – so schützen Sie sich und ihr Essen
Nachrichten Wissen Wespenplage – so schützen Sie sich und ihr Essen
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13:24 09.08.2018
Wespen essen gerne, was beim Menschen auf dem Tisch landet. Diese Wespe hat es auf die Marmelade abgesehen. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Hannover

 In diesem Jahr gibt es besonders viele Wespen. Der Grund: Ausgebliebene Überflutungen und das gute Wetter bieten 2018 perfekte Bedingungen. „Es ist ein super Wespenjahr“, sagt die Biologin Melanie von Orlow von der Bundesarbeitsgruppe Hymenoptera (Hautflügler) beim Naturschutzbund (Nabu). Dem kann man mit ein paar einfachen Maßnahmen Rechnung tragen.

Den Komposthaufen sollte man so umheben, dass das Obst ganz unten liegt und nicht oben präsentiert wird. Mülleimer immer abdecken, so dass gar nicht erst eine Futterstelle entsteht. Damit man den Kaffee draußen oder die Grillparty trotzdem genießen kann, sollte man die Wespen gar nicht erst anlocken.

Wespen sind für Menschen ungefährlich

Die Wespe hat an Menschen erstmal kein Interesse, sondern allenfalls an den Lebensmitteln, die sie gerade essen. Sie sind an Produkten interessiert, die sie verwerten können. Das sind Kohlenhydrate in Form von Zucker und Proteinen, die Wespen sich gern von Wurstscheiben holen. Getränke und Speisen sollten generell abgedeckt werden – süße Leckereien ganz besonders. Früchte im Garten sollten abends gepflückt werden, wenn weniger Tiere unterwegs sind. Aus Vorsicht empfiehlt sich vor allem bei Kindern das Trinken mit einem Strohhalm. An Süßungsmitteln sind Wespen nicht interessiert. Sie wollen wirklich den „puren Stoff“, also Zucker – egal, ob als Glukose oder Fruktose. Für die Wespe wirken wir wie ein Baum oder Möbelstück, das heißt, man braucht auch nicht zu wedeln oder zu pusten. Im Gegenteil: Der Ausstoß von CO2 in der verbrauchten Atemluft ist ein Alarmsignal für die Tiere.

Die Wespe

Wespen gehören wie Bienen, Hummeln und Ameisen zur Insektenordnung der Hautflügler (Hymenoptera). Hautflügler haben zwei häutige Flügelpaare, die mit wenigen Adern durchzogen sind und dieser Insektengruppe den Namen geben. Außer den bekannten gelb-schwarz-gestreiften Wespen gibt es noch andere Färbungen wie schwarz oder rot-braun. In den Nestern der Gemeinen und der Deutschen Wespe, den häufigsten der 16 Arten in Deutschland, können bis zu 12.000 Tieren leben. Diese Nester haben dann einen Umfang von bis zu zwei Metern. Diese Arten gründen ihre Nester in engen Hohlräumen wie Verschalungen und Jalousienkästen. Durch das Tierschutzgesetz und das Bundesnaturschutzgesetz sind grundsätzlich alle Tiere vor Zerstörung der Nester, Belästigung und Tötung geschützt.Bis zu 50.000 Euro Strafe drohen laut Bußgeldkatalog. Jedoch dürfen Fachleute wie Kammerjäger die Nester entfernen, wenn sie an für den Menschen gefährlichen Orten sind.

Stiche tun weh – doch sind sie meist harmlos

Wespenstiche sind nicht gefährlicher als Stiche von Bienen, Hummeln und Hornissen. Ausnahmen sind Menschen, die auf das Insektengift allergisch sind. Diese sogenannte anaphylaktische Reaktion ist selten, kann aber unbehandelt bis zum Tod führen. Symptome sind starke Schwellungen rund um die Einstichstelle, Schwellungen am Hals und im Gesicht, Atemnot und eine allgemeine Rötung der Haut. Meist sind diese Reaktionen schon kurz nach dem Stich deutlich bemerkbar. Ungefähr drei Prozent der Bevölkerung sind von dieser Allergie betroffen.

Einzige gefährliche Ausnahme für Normalpatienten sind Stiche im Mundbereich – die können zu lebensbedrohlichen Schwellungen führen. Für alle anderen harmloseren Nachwirkungen eines Stiches gibt es sogenannte Stichheiler – Geräte, die lokal die Stichstelle erwärmen. Als Hausmittel kann man halbierte Zitronen, Zwiebeln oder Rhabarber auf die Stelle drücken. Je früher man sie anwendet, desto besser wirken sie.

Von Frida Kammerer/RND/dpa

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