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Nachrichten Wissen Wie gefährlich sind Wespenstiche wirklich?
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11:41 10.07.2018
Eine Wespe sitzt zwischen Regentropfen auf einer Autoscheibe. Quelle: dpa
Hannover

Ein Kleingärtner in Herne ist gestorben, weil er beim Heckeschneiden vermutlich ein Wespennest übersehen hat. Die Polizei schließt eine allergische Reaktion nicht aus.

Wegen solcher Nachrichten haben viele Menschen Angst vor Wespen. Doch wenn man weiß, wie man sich in ihrer Gegenwart richtig verhält, besteht kein Grund zur Panik.

Wann sind Wespen aktiv?

Wespen und Hornissen leben nur einen Sommer lang, im Herbst sterben sie. Nur die Königinnen suchen sich einen Ort zum Überwintern. In besiedelten Gebieten haben es die Menschen in Deutschland vor allem mit zwei Wespenarten zu tun: Der Deutschen und der Gemeinen Wespe, erklärt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Darmstadt.

Wann stechen Wespen?

„Wespen und Hornissen stechen nur, wenn sie sich oder ihr Nest bedroht fühlen“, sagt der BUND. Aggressiver reagieren die Tiere auch, wenn nach ihnen geschlagen wird oder man versucht, sie „wegzuwischen“. Auch einfach „wegblasen“ sollte man sie nicht, denn das Kohlendioxid ist für sie ein Alarmsignal. Aber auch menschlicher Angstschweiß könne Angriffe auslösen, erklärt der Naturschutzbund Sachsen-Anhalt (NABU). Die besten Strategie lautet daher: Wer sich genervt fühlt, sollte sich ein paar Schritte entfernen und sich den Tieren entziehen.

Wie kann man Wespenstiche vermeiden?

Die Deutsche und die Gemeine Wespen werden von Fleisch und Süßem angelockt. Beim Essen auf dem Balkon oder im Garten sollte man deshalb Kuchen, Wurst, Grillgut und andere Nahrungsmittel immer abdecken. Außerdem stehen die Wespen auf bunte Farben – das kann man zum Beispiel bei der Kleidung beachten. Und auch auf Parfum, Aftershave oder Cremes kann man verzichten.

Neben dem Abdecken der Speisen empfiehlt der NABU eine „Ablenkfütterung“, zum Beispiel mit sehr reifen Weintrauben, die man einige Meter entfernt platziert. Unverdünnte Marmelade oder reiner Honig wirken dagegen schon fast kontraproduktiv. Sehr lästige, einzelne Wespen kann man ins „Time Out“ schicken: In einem Glas fangen und später freilassen.

Wie gefährlich ist ein Wespenstich?

Wenn Sie kein Allergiker sind, ist ein Wespenstich nicht dramatisch. Erst bei mehr als 100 Stichen pro ein Kilo Körpergewicht wird es gefährlich. „Eine Person von 50 Kilogramm kann mehr als 5000 Stiche verkraften – gleichermaßen ob von Wespen, Hummeln oder Hornissen“, informiert der BUND.

Was tun bei einem Wespenstich?

Im Fall eines Stichs sollte man ruhig bleiben und die Stelle kühlen. Auch Spucke helfe – allerdings solle man nicht versuchen, das Gift „auszusaugen“, sagt der BUND. Eine halbierte Zwiebel auf den Stich zu drücken, kann auch helfen, empfiehlt der NABU. Wenn Sie im Mund oder Rachen gestochen worden, sollten Sie auf jeden Fall bis zum Eintreffen eines Arztes kühlen und Eis lutschen.

Was passiert im Körper eines Allergikers nach einem Wespenstich?

Reaktionen eines Allergikers auf einen Insektenstich sind laut BUND meist nesselfieberartige Hautausschläge, Atemnot, Kreislaufschocksymptome mit Erbrechen, starker Blutdruckabfall und gesteigerter Puls. Bis ein Krankenwagen kommt, sollten Allergiker mit erhöhten Beinen in Schocklagerung flach liegen und warmgehalten werden. Experten raten Allergikern, immer Notfallmedikamente dabei zu haben.

Was tun, wen Wespen ihr Nest am Haus gebaut haben?

Die Deutsche Wespe und Gemeine Wespe bauen ihre Nester durchaus mal nahe dem Menschen. Dann sollte Betroffene Fliegengitter und -netze an Fenstern und Türen anbringen, rät der NABU Sachsen-Anhalt. Außerdem sollten Hausbesitzer und Mieter die Einflugschneisen zum Nest zügig durchkreuzen – das sei auch ungefährlich. Erst längeres Verstellen der Flugschneisen schaffe Unruhe und steigere die Abwehrbereitschaft der Tiere.

Wenn es möglich ist, sollte man mit dem Entfernen des Nestes abwarten, bis das Wespenvolk im Herbst stirbt und die Königin zur Überwinterung auszieht. Wenn das nicht möglich ist, können Betroffene sich von Imkern, Naturschutzverbänden und zuständigen Behörden beraten lassen. Sie sind ebenfalls Ansprechpartner für den Umzug von Nestern geschützter Arten, etwa von Hornissen.

Von asu/dpa/RND

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