"Geradezu euphorisch jongliert die CDU-Parteispitze dieser Tage des öfteren mit unkonkreten ,Ideenskizzen‘. Jüngst mit dem Vorschlag einer neu zu gründenden Fachhochschule in Bückeburg. Diese Idee, die zweifelsohne aus der Feder des ehemaligen Berufsoffiziers Gunter Feuerbach stammt, sieht auf den ersten Blick gut aus. Könnte sie doch fortsetzen, was Landrat Schöttelndreier und engagierte Lehrer der Berufsschule Rinteln in den vergangenen Jahren mit viel Engagement erfolgreich etabliert haben: Die duale Ausbildung für Fluggerätemechaniker und –elektroniker in der Marienschule Bückeburg unter Einbeziehung der Exponate des Hubschraubermuseums.
Dort werden bereits heute zum Beispiel die Auszubildenden des Triebwerksherstellers MTU, Langenhagen, beschult. Der Landkreis hat hierfür die notwendigen Umbauten der ehemaligen Förderschule finanziert und für gute Rahmenbedingungen gesorgt.
Die Realität beim Engagement des Landes und die Bereitschaft neue Hochschulstandorte zuzulassen sieht allerdings ganz anders aus. Sparvorgaben aus dem Finanzministerium veranlassen das Kultusministerium zu immer neuen Einschnitten. Viele vorhandene Hochschulstandorte stehen auf der Kippe. Auch sonst streicht das Land zusammen, wo es nur geht. Schaumburg hat durch die CDU geführte Landesregierung schon die Sitze der Katasterverwaltung, des Staatlichen Baumanagements und die Polizeiinspektion verloren.
Momentan versucht der Innenminister Schünemann gegen den ausdrücklichen Protest zum Beispiel der gesamten Feuerwehrspitze, die wichtige Leitstelle von Schaumburg nach Hameln zu verlagern. Die Landesstraßen in Schaumburg sind auch ein Beispiel für die rigide Sparpolitik – man sehe sich nur den maroden Zustand der Landesstraßen in Reinsen, Pohle oder Ahnsen an.
Und hier wird – angeblich nicht zu Wahlkampfzwecken – nun über eine neue Fachhochschule geplaudert. Eine ,Ideenskizze‘, die natürlich pflichtschuldig alle angesprochenen CDU-Minister im Moment mit Interesse aufnehmen. Eine so große Idee, dass sie natürlich nach Aussage der CDU Jahre bis zur Realisierung brauche, damit niemand den Misserfolg dieser Idee bis zum Wahltag am 31. Oktober eingestehen muss.
Ich wünsche mir auch in Wahlkampfzeiten etwas mehr Realitätssinn.
Albert Brüggemann, Bückeburg
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