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Bad Nenndorf / Leserbrief

Interessen der Bürger werden mit Füßen getreten


Zur Berichterstattung über die drei Blutbuchen auf dem ehemaligen Freibadgelände in Bad Nenndorf, die in Bälde gefällt werden sollen:

Der Tod der 90-jährigen Blutbuchen auf dem ehemaligen Freibadgelände in Bad Nenndorf wird nicht verhindert. Die Schaumburger Nachrichten haben seit Februar dieses Jahres immer wieder ausführlich zum Thema Baugebiet „Westlich Kurpark“ berichtet. Dabei ist auch die Kungelei der Ratsmitglieder mit der Volksbank in Schaumburg öffentlich geworden.

Das Ergebnis war, dass ein Beschluss des Bauausschusses vom 10. Februar, wonach die Blutbuchen geschützt werden, am 10. März gekippt und die Blutbuchen damit zum „Abschuss“ freigegeben wurden.

Das Bundesnaturschutzgesetz schreibt nun gemäß § 39 vor, dass in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September eines jeden Jahres „Bäume, die außerhalb des Waldes … stehen“, nicht gefällt werden dürfen. So entstand eine Schonzeit für die drei 90-jährigen Blutbuchen, die in wenigen Tagen abläuft.

In der Zwischenzeit habe ich versucht, den Aufsichtsrat der Volksbank in Schaumburg, Karl-Heinz Frühmark, durch ausführliche Berichte über die Situation in Bad Nenndorf, das mehr und mehr an Gesicht verliert, bezüglich des Baugebietes „Westlich-Kurpark“ zu einer Änderung der geplanten Bebauung zugunsten des Überlebens der Blutbuchen zu bewegen. Vergeblich.

Auch die Tatsache, dass ich ein Ergänzungsgutachten einer vereidigten Sachverständigen vorlegen kann, wonach eine Rettung der Blutbuchen selbstverständlich möglich ist, wurde ignoriert. Gleichzeitig stellte die Wählergemeinschaft den Antrag, für das Gelände „Westlich Kurpark“ einen städtebaulichen Architekten-Wettbewerb auszuschreiben. Abgelehnt. Die Volksbank als Investor hat natürlich kein Interesse an einem Wettbewerb.

Nach wie vor verzichtet die Stadt Bad Nenndorf darauf, ihre Planungshoheit auszuüben und den Investor in die Pflicht zu nehmen. Vielleicht weiß sie gar nicht, wie das geht? Es ist bekannt, dass einige Ratsmitglieder grundsätzlich der Volksbank in Schaumburg gegenüber eine sehr devote Haltung einnehmen und sich nach deren Wünschen richten. Darf man unterstellen, dass hier einige Politiker zum Sprachrohr der Interessen der Volksbank verkommen?

Die Unterschriftenaktion zugunsten der Blutbuchen brachte 1200 Stimmen. Leider ist die Planung fehlerhaft, das Material daher wertlos. Fazit: Mit einer fast an Dummheit grenzenden Mischung aus Unkenntnis, Ignoranz und Geldgier der Verantwortlichen wird das ehemals recht ansehnliche Nenndorf zu einer seelenlosen Ortschaft. Die Interessen der Bürger (die nur noch Stimmvieh sind) werden mit Füßen getreten – und die lokale Tagespresse spielt nicht selten auf der falschen Seite mit.
Wir alle und die Stadt Bad Nenndorf haben dabei verloren.
Dorit Kosian, Bad Nenndorf

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