Ermutigt durch den Leserbrief des Herrn Rudolf Krewer bezüglich des Johannes-Wesling-Klinikums (JWK) in Minden, möchte auch ich mit meinen Erfahrungen dort an die Öffentlichkeit treten.
Ich bin jedoch kein Privatpatient mit den uns bekannten Privilegien, sondern ganz normales Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse. Und dennoch: Sowohl die ärztliche als auch pflegerische Betreuung, die ich in dieser Klinik erfahren habe, kann ich nur in den höchsten Tönen loben. Als ehemalige Angehörige eines medizinischen Berufes und Patientin mit schwerwiegenden Erkrankungen, zahlreichen Operationen und daraus resultierenden Krankenhausaufenthalten kann ich recht gut beurteilen, welch wunderbare Arbeit dort in Minden geleistet wird.
Im Jahr 2008 erlebte ich meinen persönlichen Super-GAU in Gestalt einer Krebserkrankung. Diese wurde per Zufallsbefund bei einer Routine-OP festgestellt. Ich hatte das große Glück, in den Händen eines Könners zu sein, der seine Arbeit mit äußerster Präzision und Umsicht geleistet hat. Dieser Oberarzt entdeckte ein drei Millimeter kleines Karzinom bei mir, das überhaupt nicht gesucht worden war. Die Indikation zur Operation war eine ganz andere, als diesen Tumor zu suchen. Es hätte nach Aussage der behandelnden Ärzte und des abteilungsleitenden Professors wohl noch einige Jahre gedauert, bis ich Symptome entwickelt hätte, die auf eine entsprechende Erkrankung hingewiesen hätten. Danach erfolgte noch eine „Mammut-OP“, in der alle dem Tumor benachbarten Organe und Strukturen entfernt wurden. Diese Sache war kein Spaziergang, aber die umfassende und vor allem menschliche und liebenswürdige Betreuung im Anschluss daran war wirklich beispiellos und vermittelte mir ein ganz wunderbares Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Außerdem: Der aufmerksamen und gründlichen Arbeitsweise dieses Oberarztes habe ich es zu verdanken, dass ich sozusagen mit einem „hellblauen Auge“ aus der Sache herausgekommen bin und ihm höchstwahrscheinlich sogar mein Leben zu verdanken habe. Ich brauchte noch nicht einmal eine der sonst üblichen onkologischen Nachbehandlungen, als da wären: Bestrahlung und/oder Chemotherapie, weil die Erkrankung wirklich ganz am Anfang ihrer Entstehung entdeckt wurde.
Ich war in den darauffolgenden sechs Monaten noch häufig unfreiwilliger Gast im Klinikum Minden, jedoch habe ich immer dieselben Erfahrungen machen können: Dort wird unter zum Teil knüppelharten Arbeitsbedingungen (zum Beispiel wahnsinnige Laufwege) super Arbeit geleistet. Es gibt sicher auch manche Probleme dort, die jedoch zwangsläufig entstehen, wenn mehrere Kliniken und deren Personal zusammengelegt werden. Dass bei derartigen Maßnahmen Personal abgebaut wird (mit entsprechenden Folgen), liegt auf der Hand und ist von Herrn Krewer ja auch bereits erläutert worden.
Mein persönliches Fazit: Wenn es nötig sein wird, jederzeit wieder in das JWK Minden. Schade, dass die negative Berichterstattung über dieses Haus überwiegt und sicher auch Konsequenzen nach sich ziehen wird.
Rita Edelhoff, Stadthagen
(veröffentlicht in der SN-Printausgabe vom 05.03.2010, Seite 8)
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