Zunächst muss man einmal die CSU und auch (was selten ist) die FDP loben. Hier wird Handlungsbedarf erkannt. Die Wehrpflichtgerechtigkeit ist schon lange nicht mehr gegeben. Deutschland kann wie England eine Berufsarmee aufbauen. Ist die von Guttenberg vorgeschlagene Umgestaltung in Richtung Interventionsarmee aber wirklich zwangsläufig und ohne Alternative? Eine Berufsarmee muss nicht um jeden Preis außerhalb Deutschlands kämpfen. Müsste nicht auch darüber nachgedacht werden, ob Deutschland sich angesichts der düsteren Erfahrungen in Afghanistan in Zukunft sehr genau überlegen sollte, ob und wo Militär zum Mittel der Politik wird? Militärische Gewalt war zum Beispiel für die SPD zu Zeiten von Verheugen und Brandt nie ein Mittel der Politik, sondern immer nur Verteidigungszweck.
Doch eine solche, notwendigerweise öffentliche Diskussion wäre offensichtlich unangenehm. Ihr Ergebnis könnte aber eine belastbare Basis für die Diskussion über die Zukunft der Wehrpflicht werden.
Auf jeden Fall könnten bald weitere sozialversicherungspflichtige Vollzeit-Arbeitsplätze entstehen. Auch im Bereich der Pflege. Allerdings versucht man bereits wieder, junge Menschen mit Almosen zu ködern:
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) wirbt bereits für einen freiwilligen Zivildienst. Rund 35 000 Frauen und Männer könnten voraussichtlich für einen bundesweiten freiwilligen Zivildienst pro Jahr gewonnen werden. Sie schlägt vor, „Freiwillige mit rund 500 Euro im Monat zu entlohnen.“ Freiwillige vor. Die Gewinne der Pflegeheime kassieren dann andere.
Nichts gegen ehrenamtliches Engagement. Respekt für die Bürger, die ihre Zeit mit Menschen teilen. Aber richtige „Arbeitsplätze gehen vor.