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Landkreis

Alkohol kaufen „undercover“


Die Wodkaflasche liegt auf dem Kassenband, Nervosität macht sich breit. Wird der Verkäufer im Supermarkt nach meinem Ausweis fragen? – Eine Situation, die vielen Jugendlichen nicht fremd sein dürfte.
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Bekommen Jugendliche verbotenen Alkohol? Die Testkäufer stellen Schaumburgs Verkäufer auf die Probe.dpa

Landkreis. Auch Timo (16) und Alexander (15) nicht. Allerdings haben die beiden nicht einfach zum Spaß oder Nervenkitzel versucht, Alkohol zu erwerben. Sie waren als sogenannte Testkäufer bei Jugendschutzkontrollen in Schaumburg im Einsatz. Begleitet wurde die Aktion von der Stadthäger Polizei, der Drogen- und Suchtberatungsstelle und dem Lindhorster Kinder- und Jugendbüro „Print“.

 Ziel ist es, zu prüfen, ob die Verbote und Altersbeschränkungen des Jugendschutzes bezüglich der Abgabe von alkoholischen Getränken auch eingehalten werden. „Die Jugendlichen sollen dabei keine Show abziehen,“ sagt Axel Bergmann von der Polizei. Das heißt: keine Lügen, kein Schauspiel, kein Betteln oder Überreden der Verkäufer, wenn sie nach ihrem Alter gefragt werden.

 Seit 2008 gibt es in Schaumburg jedes Jahr Testkäufe, zuletzt im Dezember 2011. In zwölf Geschäften, vom Kiosk bis zur Tankstelle, versuchten Timo und Alexander, verbotenen Alkohol zu kaufen. Wie sind sie zu diesem „Job“ gekommen? Sie wurden vom Schulungsleiter angesprochen, ob sie bereit wären, „undercover“ mitzumachen. Überzeugt hat die beiden nicht zuletzt die Neugierde, ob es ihnen gelingt, die Verkäufer zu täuschen.

 „Klar, ein wenig nervös ist man schon, wenn man das erste Mal an der Kasse mit dem Alkohol steht“, berichtet Timo (16). Das lege sich aber nach den ersten paar Käufen und außerdem durch die gute Vorbereitung. Bevor die Jugendlichen in Begleitung von zwei Verantwortlichen das zu testende Geschäft betreten, wird ihnen nämlich erstvermittelt, wie sie sich zu verhalten haben. „Die Jugendlichen müssen auch dafür geeignet sein“, erklärt Bergmann. Und was heißt das? „Sie müssen charakterstark sein“ und die geeignete Reife habe.

 Alexander (15) hat den Job gerne angenommen – „weil ich gucken wollte, ob die Verkäufer wirklich Alkohol an Minderjährige abgeben.“ Zu seinem ersten Einsatz als Testkäufer sagt er: „Man ist sehr angespannt und nervös, wenn man an der Kasse steht und nicht weiß, wie die Verkäufer reagieren.“

 Nervös sei auch Timo anfangs gewesen, aber, wenn man sich dann klar mache, dass man ja gar nichts Falsches tut, verwandele sich die Nervosität in eine positive Angespanntheit, erzählt er. „Zugegeben, ist es schon ein kleiner Erfolg für einen selbst, wenn man mit dem Alkohol durchkommt“, berichtet der 16-Jährige. Das hat beim letzten Durchlauf dann auch in zwei von 15 Testkäufen funktioniert – die Jugendlichen bekamen, was sie aufs Kassenband legten: ein Wodkamischgetränk. Insgesamt ein erfreuliches Ergebnis findet Bergmann. Besonders im Vergleich zu anderen Städten wie Hannover.

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