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Landkreis / Plagiat-Affäre

Fehler vertuschen ist ein „No Go“


Die Plagiat-Affäre um Karl-Theodor zu Guttenberg sorgt auch bei Oberstufenschülern und -lehrern im Landkreis für Gesprächsstoff. Nicht zuletzt deshalb, weil sich die Elftklässler gerade mit dem Erstellen ihren Facharbeiten auseinandersetzen müssen und dabei mit jeder Menge Zitaten und Fußnoten jonglieren.

Am Ratsgymnasium diskutiert Birgit Mikulla mit den Schülern über richtiges Zitieren. © lkl

Landkreis (lkl, kil). Volkmar Heuer-Strathmann ist Lehrer am Bückeburger Gymnasium Adolfinum. Gemeinsam mit seinen Schülern hat er über das Thema diskutiert. „Für die Schüler ist das wie ein Warnschuss“, sagt er. Viele seien sich gar nicht bewusst gewesen, was Urheberrechte für eine Bedeutung haben und welche rechtlichen Konsequenten Fälschen nach sich zieht – anders als es die Schüler vom „Abschreiben“ aus dem Schulalltag kennen.

In einem sind sich die Oberstufenschüler größtenteils einig: Wer beim Abi abschreibt, ist durchgefallen und wer in der Facharbeit Zitate nicht eindeutig markiert, bekommt auch nur wenige Trostpunkte. Der 19-jährige Jonas Koopmann, Abiturient an der IGS Schaumburg, hat das wissenschaftliche Arbeiten im Zuge der Facharbeit als eine Herausforderung angesehen. Besonders wichtig ist es für ihn, dass man ehrliche Angaben macht. Einige seiner Mitschüler empfanden das Auflisten der benutzten Quellen als „nervig“, aber dennoch als eine nützliche Übung für das spätere Studium. „Wer diese nicht nutzt, ist selbst schuld.“

Angelika Hasemann, stellvertretende Schulleiterin des Stadthäger Ratsgymnasiums (RGS), findet die Konsequenzen für Karl-Theodor zu Guttenberg angemessen. „Dadurch sehen die Schüler, dass man sich einen Titel nicht erkaufen kann, sondern dafür auch etwas leisten muss“, sagt Hasemann. Das sieht ihr Schüler Marcel Nellesen (19) genauso: „Jeder muss sich an die gleichen Regeln halten.“ Das sollte auch für Politiker und Personen adliger Herkunft gelten, sagt er.

Auch für Axel Oprotkowitz, Lehrer am Wilhelm-Busch-Gymnasium (WBG) in Stadthagen ist die Sachlage um zu Guttenbergs Schummelei klar. Hätte es in dem Fall keine Konsequenzen gegeben, würden sich seine Schüler wohl fragen, wozu sie sich noch die Arbeit machen sollten, eine Facharbeit zu schreiben. „Dann könnte man die auch ganz abschaffen“, meint er. Als „No Go“ bewertet Jakob Würffel vom WBG die Affäre um die Doktorarbeit. Er findet, dass man ruhig zu seinen Fehlern stehen soll. Das sei weniger schlimm, als etwas zu verschweigen.

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