Von Jens Thieler
Landkreis. Buchheld Markus kommt zum Studieren nach Israel und muss im jugendlich-bunten Jerusalem so einige Herausforderungen meistern. Dabei versteht es der Autor, seinen Lesern Land und Leute in Israel durch beschwingtes Erzählen nahe zu bringen. Denn neben den merkwürdigen und oft komischen Geschehnissen stellt Flohr die verschiedenen Personen so vor, als würde man sie immer weiter kennenlernen.
Dabei fällt vor allem der sehr eigene, „jüdische“ Humor der Israelis auf, der sich durch alle Kapitel zieht. Die Struktur der einzelnen Abschnitte der Reise nach Jerusalem zeigt ein bemerkenswertes Feingefühl für wohlplatzierten Humor. Auch tauchen gewisse Running Gags, wie beispielsweise über die große Nase des Autors, immer wieder auf.
Die ernsten Themen, wie der schier ewige Konflikt zwischen den Israelis und den Palästinensern oder der Holocaust, bleiben zudem nicht unbeachtet. Tatsächlich wird Buchheld Markus unmittelbar nach der Ankunft in Jerusalem auf das Thema Auschwitz angesprochen, das ihn ebenso wie der Nasenwitz zu verfolgen scheint.
Ohne Zweifel ist, dass man kaum über Israel sprechen kann, ohne die ernsten Hintergründe dieses Landes aufzugreifen. Doch Flohr verbindet das mit gutem Humor und seiner lockeren Schreibe, die das Buch zur kurzweiligen Reisereportage macht.
Wer sozial- und kriegskritische Problematik gepaart mit eigenem und teils schwarzem Humor mag, dem sei zum Kauf dieses Romans geraten.
• Markus Flohr: „Wo samstags immer Sonntag ist. Ein deutscher Student in Israel“. Rowohlt Verlag. 14.95 Euro.