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Spätlese / Pflanzenwelt

Ein Wollemi als Prachtstück des Gartens


Wer ein Leben lang glücklich sein will, der werde Gärtner.“ Dieses chinesische Sprichwort scheint auf Walter Dreyer (73) aus Wiedensahl zuzutreffen. Schon als junger Mensch begeisterte er sich für die Pflanzenvielfalt. Und so erlernte Dreyer in vielen namhaften Betrieben Landschafts-und Zierpflanzenbau sowie Floristik. Von 1974 bis 1994 führte er zusammen mit seiner Frau Hannelore eine eigene Gärtnerei. Heute gilt die besondere Liebe des Ehepaares dem privaten Garten.

Walter Dreyer ist stolz auf seinen Wollemi, einen Baum aus der Zeit der Dinosaurier.

© wiw

Von Wiebke Wilkening

Und dieser 2500 Quadratmeter große Garten ist ein besonderes Kleinod. Die Arrangements von Bäumen, Büschen und Stauden sind auch in den zurückliegenden Wochen wegen der Farbenvielfalt des Herbstlaubes eine Augenweide gewesen. In einem Teil des Gartens sind die Beete mit in Form geschnittenen Buchsbaumhecken begrenzt, und innerhalb dieser Bereiche blühen Pflanzenarten je nach Jahreszeit. Ein Teich, eine Ansammlung von Findlingen, eine Sonnenuhr, ein Insektenhotel, eine alte Laube, Sitzecken und dekorative Tiergruppen fügen sich in die Natur ein.

Ein anderer Teil des Gartens ist geprägt durch eine Vielzahl besonderer Pflanzen, von denen etliche in anderen Regionen der Erde beheimatet sind: Oleander, Lorbeer, Walnuss, Korkeiche, ein Maulbeerbaum, eine Gleditschie und viele mehr. Dreyer erzählt mit großer Begeisterung über die Besonderheiten jedes Gewächses: „Und dies ist die rote Kermesbeere. Damit färbte man früher Leinen ein.“ „Diese schwarz glänzenden Früchte sind die giftigen Tollkirschen. Sie finden in der Homöopathie als Belladonna Verwendung.“ „Jener Strauch ist ein Ysop. Er wurde schon im Altertum als Gewürz und Heilmittel benutzt.“

Im Schutze eines Gewächshauses gedeihen die empfindlicheren Pflanzen: zum Beispiel Zitrusfrüchte, Kiwis, ein Granatapfel und Aloe vera. „Der prächtige Feigenbaum trägt fast immer Früchte. Sogar jetzt im November können wir noch ernten.“ Der ganze Stolz des Gärtners ist ein Wollemi. Dieser wuchs schon zur Zeit der Dinosaurier und gilt als eine der ältesten Pflanzen der Erde. Vor etwa zehn Jahren wurde durch Zufall ein Wollemi in Australien entdeckt. Seitdem bemüht sich die Forschung um das Überleben des Baumes. „Neben botanischen Gärten, der Insel Mainau und Prinz Charles haben nur wenige Menschen Nachzuchtexemplare erhalten“, hebt Dreyer hervor.

Auch eine 45-jährige Myrte, beschnitten und gezogen wie ein Bonsai, ist etwas ganz Besonderes. Dreyer zieht diese „Bäumchen“ für das Freiland entsprechend jener alten, fernöstlichen Gartenkunst. Und er demonstriert: „Wenn der Wurzelansatz und der Stamm kräftig genug sind, werden die Zweige mit Spanndrähten in eine ästhetische Form gebracht.“

Unter vielen Pflanzen stecken Schilder im Boden. Der Gärtner erklärt: „Diese Gewächse sind schon in der Bibel erwähnt. Und da habe ich einmal systematisch nachgelesen. Als Beispiele: Feige – Matthäus 24, 32-34 / Ysop – Psalm 51, 9 / Freilandzitrone – 3. Mose 23, 40.“

Der Garten der Familie Dreyer ist in seiner harmonischen Vielfalt und mit seinen besonderen Akzenten sehr beeindruckend. Und die Ausführungen des engagierten Gärtners lassen den Besuch zu einem Erlebnis werden.

- Besichtigung des Gartens mit Führung nach telefonischer Vereinbarung unter (0 57 26) 7 17.

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