Von Dietmar Kampe
Mit seinen 23 Lebensjahren kann er hingegen mit Argumenten wie „gemeinsame Geschichte bewahren“ oder „gewachsene Strukturen erhalten“ wenig anfangen. Das ist nach seiner Auffassung auch nicht so wichtig. Handlungsbedarf entstehe schließlich lediglich aus der wirtschaftlichen Lage eines Landkreises.
„Dazu muss man einfach mal klar sagen, dass Schaumburg im Vergleich zu den Nachbarkreisen besser dasteht.“ Der Rintelner weiß das, weil er sich offensichtlich auf seinen Wahlkampf gut vorbereitet hat. Er weiß allerdings auch, dass es sehr schwierig ist, eine Aussage über die wirtschaftliche Zukunft des Landkreises Schaumburg zu machen. Immerhin ist ein Schuldenberg von rund 100 Millionen Euro, der zwar langsam, aber stetig wächst, keine Kleinigkeit. „Wenn sich an der finanziellen Ausstattung der Landkreise nicht bald etwas Grundlegendes ändert, kann es dazu führen, dass sie handlungsunfähig werden,“ mahnt er.
Die Zusammenlegung mit einem der benachbarten Kreise wäre für ihn keine Lösung, denn diese seien sogar noch höher verschuldet. Nach seiner Ansicht müsste zum Beispiel die Gewerbesteuer konjunkturunabhängig gemacht werden und die kommunalen Spitzenverbände viel mehr Mitspracherecht beim Finanzausgleich erhalten. „Damit wäre für die Kreise schon einiges gewonnen.“
Für Hartmann ist ein Erhalt des Landkreises in seiner jetzigen Form auch deshalb sehr wichtig, weil die vorhandene Infrastruktur sich bewährt habe und bei einer Neugliederung erst wieder geschaffen werden müsste. „So, wie wir es jetzt haben, sollte es auch bleiben. Die Großkreise sind Quatsch“, bringt er seine Ansicht zu einer möglichen Gebietsreform unbekümmert auf den Punkt.
SN-Online.de Anmeldung