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Spätlese / Wahlkampf

Mit dem Klinik-Neubau arrangiert


In der Diskussion um das geplante neue zentrale Klinikum im Landkreis Schaumburg hofft der Landratskandidat Sören Hartmann, dass in der Frage des Standortes noch nicht das letzte Wort gesprochen sei. Zugleich gesteht er ein, nicht in jeder Thematik bis ins letzte Detail informiert zu sein.

Von Friedhelm Sölter

Er hat sich damit arrangiert, auch als möglicher Landrat den Neubau wohl nicht mehr aufhalten zu können. Gleichwohl hält er diesen für nicht erforderlich. Außer der Standortdebatte und den maroden Kreisfinanzen führt er die Qualität der Großkliniken rund um den Landkreis Schaumburg an. Hartmann benennt dabei nicht nur die Nähe zu Hannover mit der Medizinischen Hochschule, sondern auch die Kliniken in Hameln und Minden und fügt in seine Aufzählung auch das Herzzentrum in Bad Oeynhausen an. Beim Investitionsvolumen für das neue Zentrum auf der grünen Wiese seinen nach zunächst 120 nun schon 140 Millionen Euro als Kosten genannt worden. „Nach allen Erfahrungen wird’s am Ende dann doch wieder mehr sein“, so Hartmann. Und alles habe der Steuerzahler zu tragen.

Unter Berücksichtigung der dort angebotenen Leistungen halte er es für besser, die bestehenden „drei guten Häuser“ in Stadthagen, Bückeburg und Rinteln für eine wohnortnahe Notfall-Erstversorgung mit „ordentlicher Chirurgie“ und den bestehenden Schwerpunkt-Fachrichtungen neu aufzustellen.

Mit Blick auf die Klinik in Rinteln, in der seine Mutter arbeite, spricht Hartmann, davon, dieses Haus sei nach beträchtlichen Investitionen und einer geglückten Neuaufstellung vor einigen Jahren in letzter Zeit mit der Verlegung von ganzen Fachbereichen nach Stadthagen systematisch heruntergewirtschaftet worden. Zudem sei dort nach „katastrophalen Managementfehlern“ handfeste Interessenpolitik zulasten der Beschäftigten gemacht worden.

Für den geplanten neuen Standort vermisst Hartmann ein überzeugendes Konzept für eine akzeptable Anbindung an die Verkehrsströme im Schaumburger Land. Allein für diese begleitenden erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen seien noch gewaltige Summen fällig. Zudem könnten „schwarze Zahlen“ später im laufenden Betrieb nur auf Kosten vernünftiger Beschäftigungsquoten und Gehälter erwirtschaftet werden.

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