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Spätlese / Wahlkampf

Politik für Aktive und Hilfsbedürftige


Um seine Ausführungen zu der Frage, warum gerade Senioren ihn zum Landrat wählen sollten, zu strukturieren, unterteilt der 23-jährige Hartmann die Senioren in zwei Gruppen: erstens die, die noch aktiv sind und am öffentlichen Leben teilhaben, und zweitens die, die ohne Hilfe nicht mehr zurechtkommen.

Ein „Benjamin“ inmitten geballter Lebenserfahrung: Landratskandidat Sören Hartmann inmitten der „Spätlese“-Redaktion der Schaumburger Nachrichten.

© goe

Von Wiebke Wilkening

Für die erste Gruppe ist Mobilität eine wichtige Voraussetzung bei der Lebensgestaltung. „Wer selbst nicht Auto fährt, ist auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen.“ Und deshalb fordert Hartmann, dass sich Fahrplangestaltung, Linienführung und Busausstattung verstärkt an den Bedürfnissen der zu befördernden Personen orientieren sollten. Eine Ergänzung durch Shuttle-Busse sei anzustreben, und auch eine mögliche Wiederbelebung stillgelegter Bahntrassen sollte nicht undiskutiert bleiben. Hier deckten sich die Interessen der älteren Menschen mit denen der jüngeren.

Für die zweite Gruppe ist die Gestaltung des Lebensumfeldes besonders wichtig: Barrierefreiheit außerhalb und in der eigenen Wohnung, das Finden und die Finanzierung von Pflege oder eines Heimplatzes, das Vermeiden von Vereinsamung und die Behandlung von Depressionen. Mehrgenerationenhäuser und gezielte Förderprogramme für Senioren hält Hartmann für besonders erstrebenswert. Und der Rintelner sieht ein weiteres Problem: „Für den, der in seinem Berufsleben mit Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Hartz-IV-Bezug oder Ein-Euro-Jobs konfrontiert war, ist die Gefahr von Altersarmut besonders groß.“ Die entstehenden Kosten können nicht allein von den ohnehin schon überlasteten Kommunen getragen werden, hier müssten Land und Bund stärker mit eingebunden werden.

Befragt nach seinen wichtigsten Aufgaben als neuer Landrat, erläutert Hartmann, er habe sich im Rahmen seines gerade mit dem erfolgreich erreichten Zwischenziel Bachelor laufenden Studiums der Sozialwissenschaften und der Geschichte mit Kommunalfinanzen in den Zusammenhängen von Verwaltung und Politik befasst. Das sei eine Grundlage für sein angestrebtes Amt. „Ich werde den Landkreis nicht nur nach außen repräsentieren, sondern ich werde eingebunden sein in die laufenden Geschäfte der Verwaltung“, erklärt der Kandidat. „Themen sind vorzubereiten, Inhalte an Ausschüsse weiterzugeben und Beschlüsse auf den Weg zu bringen.“ Dabei würde Hartmann gerne neue, eigene Akzente setzen.

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