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Spätlese / Wahlkampf

„Wir müssen die Strukturen ändern“


Warum soll gerade ich als Senior Sie zum Schaumburger Landrat wählen, und was wird in dem Job ihre wichtigste Aufgabe sein?“

Klaus-Dieter Drewes zu Gast bei den die „Spätlese“-Mitgliedern.

© vw

Von Werner Amelung

Klaus-Dieter Drewes ging auf den ersten Teil der Frage sehr ausführlich ein und sprach die Gegebenheiten im Landkreis an: „Wir müssen an den Strukturen etwas ändern, das heißt, wir müssen uns zum einen über Strukturen Gedanken machen. Wir haben einen großen Verwaltungsapparat in Städten, Gemeinden, Samtgemeinden und der Kreisverwaltung. Wir werden uns das in Zukunft nicht mehr leisten können. Wir verlieren in der nächsten Zeit etwa elf Prozent der Bevölkerung im Landkreis, die Verwaltung muss schlanker werden. Wenn wir den Landkreis erhalten wollen, müssen wir ihn kostenmäßig besser organisieren, auch über den eigenen Landkreis hinaus in Kooperation mit anderen Verwaltungseinheiten. Bürgernahe Verwaltung muss vor Ort bleiben, doch Belange, die für die einzelnen Bürger nicht so relevant sind wie zum Beispiel die Kämmerei oder Wirtschafts- und Tourismus-Förderung können auch woanders geschehen.

Zum anderen müssen wir die Finanzen im Auge behalten. Bei über 100 Millionen Schulden im Landkreis, davon entfällt etwa die Hälfte auf die Krankenhäuser und den geplanten Neubau, müssen wir daran arbeiten. Ich möchte den Landkreis in der jetzigen Form erhalten. Das vom Land in Auftrag gegebene Hesse-Gutachten fordert finanziell nicht lebensfähige Landkreise zu Veränderungen, mit anderen Worten zu Fusionen auf. Dieses wird in Schaumburg nicht der Fall sein, wenn wir die Verwaltung zukunftsfähig organisieren und auch die interkommunale Zusammenarbeit fördern. Wir brauchen einen gut funktionierenden öffentlichen Personennahverkehr. Zum Beispiel Shuttle-Busse von den Bahnhöfen Stadthagen und Bückeburg zum neuen Krankenhaus und eine gute bessere Anbindung an Hannover. Wir brauchen auch neue Aspekte in der Familien- und Seniorenpolitik, damit auch Senioren und junge Familien sich im Landkreis wohlfühlen. Meine Oma hat immer gesagt: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Wenn man etwas will, dann bekommt man das auch parteiübergreifend hin.“

Zum zweiten Teil der Frage, was im diesem Job die wichtigste Aufgabe sein wird, fasste er zusammen: „Ich möchte als Landrat der Bürgermeister des Landkreises sein und die Frauen und Männer des Landkreises nach innen und außen vertreten. Wenn ich über Seniorenarbeit nachdenke, dann ist das für mich ein ganz großer Part, wo wir über Beratung, Rahmenbedingungen und Hilfestellung nachdenken müssen. Politik kann nicht von einem Menschen allein gemacht werden. Wenn man etwas erreichen will, dann bekommt man auch das hin. Das kann man auch mal mit Staatssekretären, mit Ministern und vielleicht auch mal mit der Kanzlerin auf den Weg bringen.“

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