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Landkreis / "Weihnachtshilfe"

„Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben“


In der spärlich aber liebevoll eingerichteten Altbauwohnung am Hang eines Bergzuges im Schaumburger Land hängen überall Fotos und selbstgemalte Bilder von zwei fröhlichen kleinen Mädchen. Lara, die ältere, feiert gerade ihren zehnten Geburtstag – ohne ihre Mutter.

„Mir reicht es, wenn die Kinder glücklich sind“: Seitdem die Mutter die Familie verlassen hat kümmert sich der Vater allein um seine beiden Töchter.     © tes

Landkreis (tes). Diese hatte im Dezember 2008 Laras kleine Schwester mitgenommen und sie beim Vater zurückgelassen. Mit dem Kommentar: „Die kannst Du behalten.“ Nur auf den ersten Blick hat Lara diesen Verlust überwunden, scheint eine normale Grundschülerin zu sein. „Sie nässt noch ein“, berichtet ihr Vater.

Als er dieses Jahr merkte, dass der neue Lebensgefährte seiner Exfrau seine jüngere Tochter Lisa grün und blau prügelt, hat er die Siebenjährige ebenfalls zu sich geholt. „Jetzt ist es hier eng geworden“, sagt Manuel K. mit traurigem Blick auf das durchgesessene Sofa, das seitdem auch sein Bett ist.

Er möchte das alleinige Sorgerecht beantragen. Aber das kostet Geld. Geld, das der „Hartz IV“-Empfänger nicht hat. Mit 900 Euro pro Monat muss die Familie auskommen. Für Adventskranz und Weihnachtsbaum fehlt das Geld. So viel der 38-jährige auch rechnet: Frühestens im März bleibt etwas über. Zu spät, grübelt er, wie er seinen Töchtern ein schönes Fest ermöglichen kann. „Alle kaufen Geschenke und ich spare noch für eine Waschmaschine und Kinderkleidung.“

Lisa leidet auf ihre Art und rebelliert. In der Woche besucht sie das Internat eines Sprachheilzentrums. Für die Kleine ist die Mutter ihr „Ein und Alles“, verdeutlicht K.: „Sie versteht das alles überhaupt nicht.“ Selten kommt Post von der Mutter und falls doch, sei es „wie Salz in offenen Wunden“, so K.

Weihnachten kocht er die Lieblingsspeise seiner Töchter: „Gulasch“, lächelt er, wischt den Küchentisch und berichtet vom Ehrenpreis für seine Kochkünste, den er während einer erfolgreichen Entgiftungs-Therapie erhalten hat: „Seitdem suche ich Arbeit.“ Kein leichtes Unterfangen für den alleinerziehenden Vater, der keine Berufsausbildung abgeschlossen hat und chronisch erkrankt ist. Erfahrungen hat er als Tankwart und in der Gärtnerei. Ab und zu hilft er ehrenamtlich dem Pastor, fegt Laub. Sein Ziel: Der Führerschein, um die Familie aus der Isolation zu holen. Schulfreunde leben verstreut in den Dörfern.

Deshalb sei er froh, dass Lara eine Tagesgruppe besucht. Er nimmt Antidepressiva gegen seine Ängste, weiß, dass es noch nicht ohne professionelle Hilfe geht und kämpft für seine Töchter: „Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Die beiden abzuschieben, das könnte ich niemals.“ Sein schönstes Geschenk: „Lara hat ein Superzeugnis“, strahlt er stolz.

„Für K. stehen die Kinder im Vordergrund“, bestätigt Martina Kramer von Sozialverein und Kreissozialamt, dass die Weihnachtshilfe hier an der richtigen Stelle ankommt: „Es ist bewunderswert, wie er das schafft.“

Die Konten der SN-"Weihnachtshilfe"

Seit einigen Tagen läuft sie wieder: die SN-„Aktion Weihnachtshilfe“. Unter dem Motto „Schaumburger helfen Schaumburgern“ werden Spenden für Bedürftige im Landkreis gesammelt. Wenn Sie helfen möchten, überweisen Sie Ihre Spende bitte auf eines der Konten der „Aktion Weihnachtshilfe“ bei:

• der Sparkasse Schaumburg, Kontonummer 470 004 466, (BLZ 255 514 80),
• der Volksbank Hameln-Stadthagen, Kontonummer 24 700 600, (BLZ 254 621 60),
• der Volksbank in Schaumburg, Kontonummer 7 306 663 000, (BLZ 255 914 13).

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Bedürftigen Kindern ein Geschenk machen

Kindern eine Freude machen – das ist der Sinn, der hinter dem Wunschbaum steckt, der auch dieses Jahr am Freitag, 25. November, von den Schaumburger Nachrichten in deren Geschäftsstelle in Stadthagen, Am Markt 12-14, aufgestellt wird.



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