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Auetal 40-Tonner wie Waffe benutzt
Schaumburg Auetal 40-Tonner wie Waffe benutzt
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16:53 21.02.2018
Quelle: dpa
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Auetal/Bückeburg

Das Bückeburger Amtsgericht veurteilte den Lastwagenfahrer wegen wegen Nötigung sowie eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.  Zu der Geldstrafe kommt ein einmonatiges Fahrverbot, das allerdings bereits abgegolten ist, weil Polizisten den Führerschein des Kraftfahrers nach der Tat beschlagnahmt hatten. Seinen Schein bekam der Angeklagte daher noch im Gerichtssaal zurück.

Von einer Entziehung der Fahrerlaubnis sah das Gericht ab. „Die Allgemeinheit hat nichts davon, wenn wir einen Arbeitslosen mehr haben“, erklärte Richter Dirk von Behren.

 Die relativ hohe Geldstrafe soll für den Angeklagten ein „Denkzettel“ sein. „Was Sie sich da geleistet haben, ist ein ziemlicher Hammer“, so von Behren. „Ich habe überreagiert“, sieht der 33-Jährige seinen Fehler mittlerweile ein. Zugunsten des Mannes aus Thüringen geht das Gericht davon aus, dass dieser sich in einer Ausnahmesituation befunden habe. Dennoch: In der Verurteilung wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr drückt sich aus, dass er seinen 40-Tonner damals wie eine Waffe benutzt hat.

Keine zeitaufwendige Zeugenvernehmung

 An jenem Donnerstagnachmittag im Spätsommer ist der Fernfahrer in Richtung Berlin unterwegs. Er fährt auf der mittleren Spur und ist gerade dabei, einen anderen Sattelzug zu überholen, als dessen Fahrer nach links ausschert und dabei den rechten Außenspiegel des 33-Jährigen beschädigt. Weil der andere Trucker zunächst weiterfährt, setzt sich der jetzt Angeklagte vor ihn und bremst bis zum Stillstand.

 Noch immer versteht der zweite Brummifahrer nicht, was los ist. Er fährt wieder los, woraufhin sein Widersacher erneut die Verfolgung aufnimmt und ihn von der rechten Seite rammt. Danach halten beide auf dem Parkplatz Bernser Kirchweg und rufen die Polizei an.

 Zu seiner Verteidigung hatte der 33-Jährige anfangs sinngemäß erklärt, er habe auf der Autobahn angehalten, um seinen Außenspiegel zu richten. Vor Gericht rückte er von dieser Darstellung ab und räumte den Vorwurf ein. „Dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass man mit Einsicht oft weiterkommt, als wenn man Straftaten bestreitet“, meinte Richter von Behren. Wegen des Geständnisses war die womöglich zeitaufwendige Vernehmung von Zeugen nicht mehr nötig. ly

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