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555 Schritte zur Mitte

Rasenlabyrinth 555 Schritte zur Mitte

Seit Jahren beschäftigt sich Otto von Blomberg mit Labyrinthen: „Ihre Geschichte ist absolut beeindruckend." Das erste Labyrinth, das sich in sein Gedächtnis prägte, sah er als Schüler des Rintelner Gymnasiums Ernestinum in seinem Lateinbuch.

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Kürzlich haben zahlreiche Gäste Otto von Blombergs das neu angelegte Rasenlabyrinth auf Gut Nienfeld getestet. Rund 555 Schritte brauchen sie bis ans Ziel.

Quelle: la

Antendorf. „Es war an einer Wand in Pompeji“, so von Blomberg. Als er später das Labyrinth von Chartres in der Kathedrale von Chartes in Frankreich gesehen hatte, ließ ihn das nicht mehr los. „Es geisterte mir immer durch den Kopf. Gerade auch beim Rasenmähen, wenn man viel Zeit hat“, so von Blomberg.

Viele Bücher habe er über Labyrinthe und Irrgärten gelesen. „Labyrinth oder Irrgarten, das ist immer wieder die entscheidende Frage“, erzählt von Blomberg und erklärt, dass es sich bei jedem Mais- oder Heckenlabyrinth eigentlich um einen Irrgarten handelt.

Umwege auf dem Weg zum Ziel

„Sobald man auf die Frage stößt, rechts oder links, befindet man sich in einem Irrgarten. Ein Labyrinth hat nur Umwege auf dem Weg zum Ziel, also auf dem Weg zur Mitte“, erläutert von Blomberg. Und der Weg durch ein Labyrinth würde immer zur inneren Ruhe führen.

Das ist ein Grund, warum von Blomberg jetzt seinen Traum von einem Rasenlabyrinth auf seinem Anwesen realisiert hat. „Und weil sich einfach die Gelegenheit geboten hat“, beginnt von Blomberg die „Entstehungsgeschichte“ seines Rasenlabyrinths. Sein landwirtschaftlicher Praktikant, Marco Großard aus Langenfeld, ist nämlich Torwart beim SV Hattendorf und hatte Zugang zum Kreidekarren des Vereins.

Pflegeleichtes Rasenlabyrinth

„Den haben wir uns ausgeliehen, und nachdem wir mit einem Kompass aus dem Ersten Weltkrieg die exakte Ost-West-Ausrichtung geschaffen und mit einem Pflock sowie einer daran befestigten langen Schnur, wie mit einem Zirkel, die Kreise angelegt hatten, zogen wir diese mit dem Kreidekarren nach.“ Das Gras wurde entsprechend entfernt, und demnächst soll noch Kalk aufgebracht werden, weil die Kreide bereits im Erdreich verschwunden ist. Das fertige Rasenlabyrinth sei absolut pflegeleicht. „Da muss ich nur regelmäßig mit dem Mäher drüberfahren.“

Das Rasenlabyrinth auf Gut Nienfeld entspricht dem Labyrinth von Chartres. „Wir hatten aber mehr Platz, und deshalb hat mein Rasenlabyrinth einen Durchmesser von 20 Metern und das in der Kathedrale in Frankreich nur 13.“

Etwa 555 Schritte benötigt man bis zur Mitte, und immer wieder sei man verwundert, dass der Weg zum Ziel noch einen Umweg macht. „So wie das Leben“, stellt von Blomberg fest. Für ihn sei es ein besonders sinnliches Erlebnis, morgens bei Tau barfuß durch das Labyrinth zu gehen. „Gesund ist das dann übrigens auch noch“, stellt er fest.

Interessierten Gästen zeigt von Blomberg sein Rasenlabyrinth übrigens gerne. la

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