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Alte Autos sportlich bewegen

Rallye-Oldtimer Alte Autos sportlich bewegen

Der rote Passat steht gewienert und blitzblank auf dem Hof von Christian Aßmann in Escher. Die Aufkleber und ein Blick ins Innere lassen sofort erkennen, dass es sich nicht um ein „normales“ altes Auto handelt, sondern um ein Fahrzeug, mit dem Rennen gefahren werden.

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Christian Aßmann ist stolz auf seinen 37 Jahre alten Passat, mit dem er auf den Rallyestrecken unterwegs ist.

Quelle: la

Escher. „Mit meiner Beifahrerin Sabine Ehseluns aus Berlin bin ich 2016 Deutscher Meister im Historic-Rallye-Fahren geworden“, erzählt Christian Aßmann stolz und erklärt auch gleich, um welche Art des Rallye-Sports es sich handelt. „Wir bewegen alte Autos sportlich.“

Seinen VW Passat, Baujahr 1980, hat Aßmann selbst für die Teilnahme an Bestzeit-Rallyes umgebaut. „Ich baue eigentlich ständig daran herum, denn es gibt immer etwas zu verbessern – vor allem bei den Sicherheitsstandards“, so Aßmann. Neue Gurte, bessere Sitze und Bremsen, ein anderer Überrollbügel – in Sachen Sicherheit sorgt Aßmann bestens vor. „Selbstverständlich fahren wir auch mit Helm und in feuerfesten Anzügen“, erklärt der Rallyefahrer. Dabei geht es bei den Historic-Rallyes nicht um die Geschwindigkeit, sondern um das Ankommen nach einer festgesetzten Zeit.

Automobile Tradition des Rallye-Sports

„Der Deutsche Motorsportclub hat ein genaues Regularium für unsere Rallyes erstellt. Danach fahren wird mit Autos bis zum Baujahr 1980 auf einer abgesperrten Strecke, die allerdings auch über ganz normale Straßen führen kann, auf eine bestimmte Zeit“, erklärt Aßmann. „Wer zu früh am Ziel angekommen ist, der wartet davor, um dann möglichst auf die Zehntelsekunde genau über die Zielgerade zu rollen.“ An den historischen Autos darf an der Technik nichts verändert werden – allerdings werden alle zu Rennautos umgebaut, eben mit den Sicherheitsstandards und den Hilfen für die Fahrer und Beifahrer. „Wir möchten die automobile Tradition des Rallye-Sports präsentieren und den jungen Zuschauern einen Eindruck vermitteln, was ,damals‘ ging. Deshalb gilt die Kern-Regel: ,Technisch so, wie es früher war‘“, erklärte Aßmann.

So freuen sich die Organisatoren der Historic-Rallyes diebisch über die Front mit fünf Scheinwerfern aus den frühen Sechzigern und den Suchscheinwerfer auf dem Dach, ärgern sich aber über moderne Alu-Felgen am herrlichen Oldie. Zu Autos der Siebziger gehört natürlich die lange CB-Funk-Antenne.

„Meistens starten wir nach den ,normalen‘ Rallye-Autos und sind dann die Hingucker für die Zuschauer“, erklärte Aßmann. Auf Schotterpisten oder geteerten Straßen müssen sechs Wertungsprüfungen gefahren werden, die auf 35 Kilometern Strecke eine Kombination aus Konzentration, Fitness, fahrerischem Können und Orientierungsfähigkeit vom Fahrer und Beifahrer erfordern. „Und technisch muss man auch etwas können, denn auf der Strecke kann immer mal etwas kaputtgehen, was kurzfristig repariert werden muss“, sagt Aßmann, der sich bestens mit seinem und anderen Autos auskennt.

Das zuverlässigste Auto gewinnt

„Ich habe schon als 15-Jähriger an Mofas geschraubt, und dann hatte mein Vater einen Passat Baujahr 1987, an dem er und ich immer etwas zu tun hatten“, erzählt der Escheraner. Es habe ihm immer Spaß gemacht, an Motoren zu schrauben. „Es gewinnt immer der, der das zuverlässigste Auto hat. Deshalb ist es wichtig, auf der Strecke kleine Reparaturen selbst ausführen zu können“, verrät Aßmann.

Vor zehn Jahren sei er dann in Oschersleben auf dem Ring gefahren. „Da konnte ich das erste Mal so richtig Gas geben“, so Aßmann. Er sei zügig unterwegs gewesen und dem Organisator des „Historic-Rallye-Cups“ aufgefallen. „Der hat mich gefragt, ob ich nicht einmal eine solche Rallye fahren möchte, und damit war ich dann in dem Sport ,gefangen‘. Es ist die Mischung aus Spaß am Fahren, an der Geschwindigkeit und dem geselligen Teil“, erklärt Aßmann. Die Gemeinschaft, das Fachsimpeln nach den Wettbewerben, das gemeinsame Essen, Zelten oder Grillen im Sommer – eben die besondere Atmosphäre und der Zusammenhalt der Teams würden ihn immer wieder begeistern.

Die Saison beginnt für den Escheraner und seine neue Beifahrerin, Ann Cathrin Umberg (Sabine Ehseluns hat nach sieben Jahren und dem Deutschen Meistertitel Schluss mit dem Rallye-Sport gemacht), am Sonnabend, 22. April, in Nordhausen mit der Roland-Rallye auf Schotter. „Das Auto ist startklar, und wir sind es auch. Wir hoffen, dass es uns gelingt, in Nordhausen auf die Hundertstelsekunde pünktlich durch das Ziel zu fahren“, so Aßmann. la

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