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Bei Anruf Auto

Ergänzung des ÖPNV in Rehren Bei Anruf Auto

Der Beschluss ist einstimmig gewesen: In der Gemeinde Auetal wird ein Anruf-Auto als Ergänzung zum bestehenden Angebot des Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) für Fahrten innerhalb des Gemeindegebietes und in die Mittelzentren Rinteln und Stadthagen eingeführt.

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Wer im Auetal wohnt, der weiß, dass die Busse nicht ganz so oft fahren. Und morgens und mittags sind sie meist richtig voll. Das Anrufauto wäre eine Alternative.

Quelle: rnk

Rehren. Mit der Einführung wird das Seniorentaxi der Gemeinde nicht mehr angeboten. Nicht zu halten sein wird wohl der angedachte Stichtag 1. Oktober: Es bestehe seitens der Schaumburger Verkehrsgesellschaft (SVG) noch Klärungsbedarf mit der Landesnahverkehrsgesellschaft, erklärte Bürgermeister Heinz Kraschewski.

 Offiziell ist das Projekt seit Anfang Juli unter Dach und Fach: Mit Vertretern der SVG und dem Landkreis wurde das Projekt erörtert, der SVG-Geschäftsführer erklärte sich einverstanden, hatte aber bei der Einführung einige Bedingungen:

 Erstens: Die Fahrten werden in Abstimmung mit der Schaumburger Verkehrsgesellschaft nur zu bestimmten Zeiten und auf festgelegten Strecken durchgeführt. Zweitens: Die Fahrten werden täglich in der Zeit von 8 Uhr bis 18 Uhr innerhalb der Gemeinde und zu den Mittelzentren angeboten. Drittens: Innerhalb der Gemeinde beträgt der Eigenanteil fünf Euro für Erwachsene, Kinder (ab sechs Jahren) und Jugendliche zahlen die Hälfte. Für Fahrten in die Mittelzentren beträgt der Eigenanteil jeweils das Doppelte.

 Ergänzend dazu soll das Anruf-Auto im Rahmen eines Pilotprojektes in das bestehende ÖPNV-Angebot eingebunden werden. Die Strecken und Zeiten des Anrufautos werden dazu im ÖPNV-Fahrplan eingearbeitet und mit dem nächsten Fahrplanwechsel veröffentlicht.

 Alles gut also? Nein, denn im Gemeinderat entzündete sich Kritik an einer Forderung der SVG: Fährt ein Bus, kann innerhalb der nächsten Stunden das Anruf-Auto nicht gerufen werden, mit dieser Pufferzone möchte man sich gegen die Anruf-Konkurrenz schützen. Kraschewski drückte es lapidar so aus: „Die SVG hat große Bedenken, dass ihr die Fahrgäste geklaut werden.“ Also eine Stunde Pufferzeit, „sonst wäre die Konkurrenzsituation in den Augen der SVG zu groß“, ergänzte der Bürgermeister, diese Ängste habe man in den Gesprächen nicht nehmen können.

 Dass der Bürger auf den Linienbus verzichtet und lieber das Anruf-Auto nimmt, sah Siegbert Held (WGA) nicht: Die Angst sei absolut unbegründet, und eine Frage habe er noch: Könne in den Ferien das Anruf-Auto früher bestellt werden? Als Kraschewski bejahte, fragt sich wiederum Held, wie das der Bürger eigentlich verstehen solle.

 Während Stefan Weber für SPD und Grüne von ein einer „alternativlosen Einführung“ mit überschaubaren Kosten sprach, hakte Rüdiger Teich (SPD) noch einmal nach. Auf welchen Zahlen die Ängste der SVG denn beruhen würden? Das beruhe auf der grundsätzlichen Konkurrenzgefahr, meinte Kraschewski. Teich mochte es kaum glauben: „Ein reines Bauchgefühl? Ohne valide Zahlen?“ Seitens der Gremien besteht noch ein bisschen Redebedarf, weil in Rehren ein Arzt fehlt: Daher wünschen Politik und Verwaltung eine mögliche Anbindung an die Orte Obernkirchen, Bad Eilsen, Rodenberg, Apelern und Lauenau, damit die dortigen Ärzte aufgesucht werden können. Dieses zusätzliche Angebot soll allerdings befristet werden, bis die Arztpraxis in Rehren wieder besetzt ist. Weil das Krankenhaus Rinteln die Notfallversorgung eingestellt habe, gewönne der Standort Bückeburg mit dem Krankenhaus an Bedeutung, so Kraschewski.

 Um das Anruf-Auto in das ÖPNV-Angebot einzubinden, ist eine Konzession erforderlich, die durch das Taxiunternehmen Kiers beantragt wird.

 Der Kostenanteil der Gemeinde wird zu 50 Prozent aus Regionalisierungsmitteln vom Landkreis gesponsert. Die Anrechnung von Fahrscheinen und Zeitkarten wird in voller Höhe bezuschusst.

 Die Verwaltung rechnet mit 1000 Fahrten jährlich, was einer Verdoppelung der Fahrten mit dem Seniorentaxi entsprechen würde. Bei 1000 Fahrten betragen die Kosten für die Gemeinde im Jahr voraussichtlich 5000 Euro für Fahrten innerhalb des Gemeindegebietes.

 Bei Ausweitung dieses Angebotes nach Rinteln und Stadthagen wird von rund 250 Fahrten jährlich ausgegangen; mit einem durchschnittlichen Fahrpreis von 40 Euro: Der Fahrgast zahlt zehn Euro, den Rest teilen sich Gemeinde und Landkreis, jeder zahlt 15 Euro dazu. Bei 250 Fahrten betragen die Kosten für die Gemeinde im Jahr voraussichtlich 3750 Euro für Fahrten in die Mittelzentren, die Gesamtkosten werden auf 8750 Euro pro Jahr kalkuliert, rechnete die Verwaltung vor.  rnk

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