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Bei Anruf: Auto

Neuer Service Bei Anruf: Auto

Gleich zu Beginn des neuen Jahres gibt es gute Nachrichten: Die Gemeinde Auetal bietet jetzt das Anrufauto an. Zwei Jahre nach den ersten Plänen gibt es jetzt einen Service, der in andern Städten und Gemeinden bereits etabliert ist.

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 Gabriele Kiers ist diejenige, die man anrufen muss, wenn man das Auetaler Anrufauto bestellen möchte: (05752) 624.

Quelle: rnk

Auetal (rnk). An den im Vorfeld bereits festgelegten Bedingungen hat sich nichts geändert. Erstens: Die Fahrten werden in Abstimmung mit der Schaumburger Verkehrsgesellschaft nur zu bestimmten Zeiten und auf festgelegten Strecken durchgeführt. Zweitens: Die Fahrten werden täglich in der Zeit von 8 Uhr bis 18 Uhr innerhalb der Gemeinde und zu den Mittelzentren angeboten, weil dort die Ärzte besucht werden können. Drittens: Innerhalb der Gemeinde beträgt der Eigenanteil fünf Euro für Erwachsene, Kinder (ab sechs Jahren) und Jugendliche zahlen die Hälfte. Für Fahrten in die Mittelzentren beträgt der Eigenanteil jeweils das Doppelte. Außerhalb der Gemeinde gibt es ab zwei Personen eine Gruppenermäßigung von zwei Euro pro Person; innerhalb der Gemeinden ist ab zwei Personen je ein Euro weniger fällig.

 Angefahren wird mit dem Anrufauto auch die Samtgemeinde Rodenberg sowie die Städte Rinteln, Stadthagen, Obernkirchen und Bückeburg. Die Städte außerhalb der Gemeinde sind mit Blick auf die unbefriedigende Ärztesituation im Auetal mit aufgenommen wurden, zumal in Bückeburg die Notfallmedizin angesiedelt ist.

 In der nächsten Woche ist die Versammlung der Ortsvorsteher, dann wird der Auetaler Bürgermeister Heinz Kraschewski ihnen die Flyer überreichen, auf denen nachzulesen ist, zu welchen Zeiten das Anruf-Auto gebucht werden kann, denn es darf keine Überschneidung mit dem Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) geben. Das Anruf Auto darf nicht als Konkurrenz genutzt werden, denn dann, so Landrat Jörg Farr gestern Morgen, falle der Zuschuss des Landkreises weg. Geld gebe es nur, wenn außerhalb der Linien gefahren werden, „und das ist hier der Fall“.

 Generell kann das Anrufauto von jedem Bürger von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr auf festgelegten Strecken und zu bestimmten Zeiten genutzt werden.

 Was sich in der Theorie ein wenig sperrig anhört, ist in der Praxis eher großzügig ausgelegt worden: Denn das Anruf-Auto darf eigentlich zu jeder Zeit gerufen werden. Ein Beispiel: Wer von Altenhagen nach Rinteln möchte, hat ein Zeitfenster von 8 bis 16.15 Uhr, und für das restliche Gemeindegebiet hat er die Zeit von 8 bis 18 Uhr zur Verfügung. Solange die beim Landkreis angedachte Mobilitätszentrale, die den Verkehr für den gesamten Landkreis koordinieren und koppeln wird, noch nicht in die Tat umgesetzt wird, gilt im Auetal nur eine Telefonnummer für das Anruf-Auto: (05752) 624. Dabei handelt es sich um die Nummer des Taxiunternehmens von Gabriele Kiers. Dort kann man auch anrufen, wenn man wissen möchte, wann denn nun gefahren werden darf. „Schön wäre es“, so Kiers gestern, „wenn man einen Tag zuvor anruft, wenn man das Anruf-Auto nutzen möchte: Es lässt sich einfach besser planen.“

 Kraschewski sah es gestern pragmatisch: „Man muss sehen, wie es sich einspielt. Der Lerneffekt wird durch Anwendung und Aufklärung kommen.“

 Natürlich, so Farr, sei das Anrufauto teuer als eine Busfahrkarte – der Landrat nannte es den „Komfortzuschlag“. Schließlich hole das Auto den Nutzer vor der Haustür ab und setze ihn dort auch wieder ab. Und: Im Anruf-Auto kann man sich die Kosten teilen.

 Farr richtete kurz den Blick auf den viel zitierten demografischen Wandel: Rund 80 bis 85 Prozent aller Busnutzer seien Schüler. Und die Zahl der Schüler gehe in Zukunft zurück, während ältere Mitmenschen stärker auf den ÖPNV angewiesen wären. Wenn man sich anschaue, wer in einem Bus sitze, stelle man meist fest, dass es sich um ältere Menschen handle. Doch der ÖPVN sei „wirtschaftlich nicht mehr darstellbar“, sagte Farr im schönsten Verwaltungsdeutsch. Soll heißen: Es ist ein Zuschussgeschäft. Und in diese Lücke, so Farr, stoße der Landkreis mit dem „Bedarfsverkehr.“

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