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„Das Auetal wird schon nicht untergehen“

Seeanner nimmt Stellung „Das Auetal wird schon nicht untergehen“

In Rehren hat Jörg Seeanner, der gemeinsam mit seiner Frau Sabine Koch eine Hausarzt-Praxis in der Alten Molkerei geführt hat, eine große Lücke in der medizinischen Versorgung hinterlassen.

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Unterversorgung: Im Auetal fehlen Mediziner. 

Quelle: Symbolfoto (dpa)

Rehren. Anfang des Jahres wechselte er von seiner Praxis in Rehren nach Visselhövede im Landkreis Rotenburg (Wümme. „Es ist eine Notsituation“, brachte es Bürgermeister Heinz Kraschewski auf den Punkt.

Jetzt möchte auch Seeanner dazu Stellung nehmen, wie es zum Praxiswechsel gekommen ist. „Eigentlich ist diese Praxis für eine Person ein echter Leckerbissen“, meint er, „aber wir konnten zwei Sitze nicht bedienen. Es gab einfach zu wenig Patienten.“ Mit etwa 1200 bis 1300 Patienten pro Quartal sei die Praxis deutlich unter dem Durchschnitt geblieben.

Der Patientendurchschnitt pro Arztsitz beläuft sich laut Kassenärztlicher Vereinigung auf etwa 950 Patienten. Und da Ärzte pro Patient bezahlt werden, fließt bei entsprechend weniger Patienten am Ende des Quartals auch weniger Geld. „Es ist ein eben ein Wirtschaftsunternehmen“, sagt Seeanner.

Den Vorwurf, er hätte sich nicht genug um die Nachfolgeregelung gekümmert, möchte Seeanner auf keinen Fall auf sich sitzen lassen: „Ich habe über 100 Ärzte angeschrieben“, betont er, und eine Anzeige im Ärzteblatt habe er ebenfalls aufgegeben. Lediglich ein Kollege habe sich zurückgemeldet und lediglich viel Glück bei der Suche gewünscht.

Dass die an der Praxis interessierte Ärztin frühestens im Herbst ins Auetal wechseln möchte, hält Seeanner für riskant. „Patienten und Personal sind dann weg.“ Zudem bestehe die Gefahr, dass der kassenärztliche Sitz in der Praxis in Rehren bei zu langem Leerstand verloren gehen könnte. Peter Kalbe, Vorsitzender des Bezirksausschusses Hannover der Kassenärztlichen Vereinigung streitet auf Anfrage ab, dass der kassenärztliche Bezirk Stadthagen-Auetal überbelegt sei.

„Unterm Strich ist das Auetal, wenn man es autark betrachtet, als Landgemeinde absolut unterversorgt“, betont Kraschewski. Und was die Rehrener Praxis angeht, möchte Kraschewski die Werbetrommel rühren: „Es ist eine tolle, moderne Praxis und barrierefrei über einen Fahrstuhl zu erreichen.“ Bei jüngeren Ärzten geht die Angst um, dass an das neue Krankenhaus auch noch „ein riesen Versorgungszentrum gebaut wird“, meint Seeanner.

Dieses könne noch mehr Patienten abspenstig machen. „Das Auetal wird schon nicht untergehen“, aber die luxuriöse Behandlung von früher, gebe es mit jüngeren Ärzten eben nicht mehr. jak

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