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Das Sorgenkind ist endlich vom Markt

Auetal / Gewerbegebiet Das Sorgenkind ist endlich vom Markt

Wer die mit Händen zu greifende Zufriedenheit des Bürgermeisters nachempfinden möchte, muss sich die vergangenen Jahre ins Gedächtnis rufen: Viele Telefonate hat Thomas Priemer geführt, um das Gewerbegebiet zu vermarkten, fast genauso viele Gespräche und unzählige Kilometer hat er auf der Autobahn hinter sich gebracht, um mögliche Investoren von den Vorteilen des Auetals zu überzeugen – umsonst, vergeblich.

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Das erfreut wohl nicht nur Thomas Priemer: Die seit vielen Jahren nicht zu vermarktenden freien Flächen im Gewerbegebiet werden endlich bebaut. © rnk

Auetal-Rehren (rnk). Nur einmal, da war es fast so weit: Im Emsland hatte Priemer die Verhandlungen mit einer Containerherstellfirma fast vor dem Abschluss, dann zog über der Welt die Wirtschaftskrise auf und das familiengeführte Unternehmen musste einen Rückzieher machen: Eine Expansion ins Auetal schien zu unsicher in den damaligen schweren Zeiten. Jetzt hat er nicht nur einen Investor gefunden, sondern ist auch das Sorgenkind des gesamten Industriegebietes los: das Eckgrundstück links neben dem „McDonald’s“-Restaurant.

Ein Unternehmer aus dem Landkreis Schaumburg hat sich vor zwei Monaten bei Priemer gemeldet und sich nach Grundstücken erkundigt, auf denen er eine Photovoltaikanlage aufbauen kann. Da das Grundstück, das Priemer anbot und das der Investor nehmen wollte, zum größeren Teil dem Landkreis gehört, musste der Kreistag mit einbezogen werden. Priemer selbst intervenierte bei Landrat Jörg Farr, dass der Landkreis einem Verkauf der Fläche zustimme, parallel wurde der Bauantrag bearbeitet und genehmigt. Gestern wurde mit dem Aufstellen der Module begonnen.

In nackten Zahlen: Auf rund 38.000 Quadratmetern wird eine Zwei-Megawatt-Photovoltaikanlage errichtet. Dabei werden 9400 Module und 30 Kilometer Kabel verbaut. Die Modulreihen haben insgesamt eine Länge von sechs Kilometern. Damit werden jährlich 2,1 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt.

Priemer und der Investor legen Wert auf die Feststellung, dass die Module, Wechselrichter und Trägersysteme in Deutschland produziert worden sind. Mit dieser Anlage wird Kohlendioxid in einer Größenordnung von 2000 Tonnen pro Jahr vermieden. Die Anlage soll möglichst Ende September in Betrieb gehen.
Die gegründete Firma für die Errichtung und den Betrieb der Anlage heißt WB Solarstrom Auetal GmbH & Co. KG. Der Name des Investors ist zwar bekannt, er möchte aber nicht öffentlich genannt werden. Und natürlich – es ist der gleiche Investor, der auch in Bad Eilsen seine Module aufstellen wird.

Für Priemer ist alles aus drei Gründen erfreulich: Er selbst spricht von einer „sehr zufriedenstellenden Geschichte“. Erstens bleibt die Gewerbesteuer im Auetal, zweitens ist ein Grundstück vom Markt, das eigentlich nur Probleme aufwirft: Es hat ein starkes Gefälle, außerdem sind die Zufahrtswege – nun ja – bescheiden: Die Kurven sind eigentlich zu klein für die Groß-Lastwagen, die heute über die Landstraßen rollen.

Und drittens sieht er das Auetal mit Blick auf die künftigen Energien auf dem richtigen Weg: Es gibt Windräder im Auetal, Biogasanlangen und nun eben auch Photovoltaik. Damit erreiche die Gemeinde Auetal weiter eine erhebliche Steigerung ihres Gesamtstrombedarfes aus erneuerbaren Energien, sodass in der nächsten Zeit durchaus ein 100-prozentiger Anteil möglich sein werde, sagt Priemer. Gut möglich, dass seine Zufriedenheit noch ein bisschen anhält.

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