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Der gläserne Mitbürger

Auetal / Zensus Der gläserne Mitbürger

Die Gemeinde Auetal darf sich als Gewinner des Zensus fühlen: Sie hat mehr Einwohner als erwartet, damit erhält sie aus den sogenannten Schlüsselzuweisungen mehr Geld.

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Nicht immer kann man auf den ersten Blick sehen, wer wie im Auetal wohnt.

Quelle: rnk

Von Frank Westermann Auetal. 100000 Euro pro Jahr, erklärte Bürgermeister Thomas Priemer.

 Der Zensus ist eine reine Zahlensammlung, die Zahlen und Fakten auflistet und so das Gesamtbild der Gemeinde zeichnet. Etwa bei den Gebäuden mit Wohnraum. Von denen gibt es im Auetal 2058, zum Vergleich: Im Landkreis gibt es 45631, in Niedersachsen rund 2,2 Millionen und in ganz Deutschland 19 Millionen. In der Gemeinde Auetal sind die meisten Gebäude, wenig überraschend, recht alt: Vor 1919 wurde 496 gebaut, 209 wurden zwischen 1919 und 1948 gebaut, von 1949 bis zum Ende der siebziger Jahre wurden 724 Gebäude errichtet. Und seit 2009 gab es nur 13 neue Gebäude. Zahlen, die im Zensus weiter heruntergerechnet werden. So gibt es 1845 frei stehende Häuser, von denen 1155 eine Wohnung, 537 zwei Wohnungen und 153 drei oder mehr Wohnungen haben. Selbst die Zahl der Wohnungen im Gebäude ist genau erfasst, und Gebäude mit sieben bis zwölf Wohnungen gibt es demnach im Auetal dreimal.

 Die meisten Gebäude werden übrigens mit der Zentralheizung gewärmt: 1805. Ganz ohne Heizung im Haus oder in den Wohnungen kommt übrigens ein Dutzend aus.

 Der Zensus 2011 ist eine Bevölkerungs-, Gebäude- und Wohnungszählung, die am 9. Mai 2011 erhoben wurde. Dabei werden – soweit möglich – bereits vorhandene Daten aus Verwaltungsregistern für statistische Zwecke genutzt. Eine Haushaltsbefragung auf Stichprobenbasis sowie die Befragung von Gebäude- und Wohnungseigentümern ergänzen und korrigieren die Informationen aus diversen Registern. Eine traditionelle Volkszählung inklusive einer Gebäude- und Wohnungszählung wurde in den alten Bundesländern zum letzten Mal 1987, in den neuen Bundesländern 1981 durchgeführt. Eine Gebäude- und Wohnungszählung fand nach der Wiedervereinigung nur in den neuen Bundesländern im Jahr 1995 statt.

 Ziel des Zensus 2011 ist zum einen die Ermittlung der amtlichen Einwohnerzahlen. Zum anderen wurden aber auch wichtige Strukturinformationen erhoben, die einen Überblick ermöglichen, wie die Menschen in Deutschland leben, wohnen und arbeiten.

 Die zentralen Ergebnisse des Zensus 2011 zum Thema „Bevölkerung“ soll Bürgern, Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung sowie weiteren Nutzergruppen einen Überblick über die bestehenden Bevölkerungsstrukturen von der Bundes- über die Landes- bis zur Gemeindeebene geben.

 Kommen wir zu den Einwohnern. Mit wem lebt man im Auetal zusammen?

 Nun, erst einmal mit Mitgliedern der evangelischen Kirche: 4116 Auetaler oder 63,3 Prozent gehören ihr an, neun Prozent sind katholischen Glaubens, 27,6 Prozent oder 1797 Auetaler fallen unter die Rubrik „sonstige, keine oder ohne Angabe“. Mit dem Wert von 63,3 Prozent liegt das Auetal übrigens deutlich über dem Schnitt im Landkreis (59,6) Niedersachsen (50,5 Prozent) und vor allem Deutschland: Noch 30,3 Prozent gehören in der Bundesrepublik der evangelischen Kirche an.

 Rein statistisch gibt es im Auetal für jeden Topf den richtigen Deckel, denn 49,32 Prozent der Bewohner sind männlich, 50,8 Prozent weiblich. Und unabhängig vom Geschlecht sind 97 Prozent Deutsche, drei Prozent sind Ausländer. Auch hier lohnt der Blick auf den deutschen Durchschnitt: 92,3 Prozent aller Bundesbürger sind deutsch, 7,7 Prozent sind Ausländer. Auf das Auetal bezogen wären das 197 Menschen.

 Der typische Auetaler ist verheiratet oder lebt in einer Lebenspartnerschaft: 48,7 Prozent oder 3171 Menschen machen dies. Der Anteil der Ledigen liegt bei 36,4 Prozent, deutschlandweit liegt die Zahl bei 40 Prozent.

 Und wie alt ist der Auetaler? Nun, so alt oder jung wie der Deutsche an sich, denn die Abweichungen sind marginal. Unter drei Jahren sind 140 Mitbürger oder 2,2 Prozent. Nahezu die gleichen Zahlen gelten für die Gruppe der Drei- bis Fünfjährigen. 9,6 Prozent oder 625 Auetaler sind sechs bis 14 Jahre jung, 243 sind zwischen 15 und 17 Jahren alt, das entspricht einem Anteil von 3,7 Prozent. Die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen wird von 489 Bürgern gestellt, das sind 7,5 Prozent. Vier Prozent sind zwischen 25 und 29 Jahren (da sind es deutschlandweit allerdings sechs Prozent), fast jeder Fünfte ist zwischen 40 und 49 Jahre alt (1263 Auetaler), ebenfalls bei rund 20 Prozent liegt die Zahl der insgesamt 1310 Mitbürger, die zwischen 50 und 64 Jahre sind. 65 bis 74 Jahre alt sind 11,5 Prozent, und immerhin noch fast zehn Prozent aller Auetaler sind 75 Jahre oder älter; in absoluten Zahlen sind es 636.

 6506 Einwohner leben im Auetal, aber die 100000 Euro, die jetzt über die Schlüsselzuweisungen mehr in den Gemeindeetat gespült werden, wird kurzfristig nichts übrig bleiben. Ganz im Gegenteil, denn man muss 200000 Euro an Gewerbesteuern zurückzahlen, kündigte der Bürgermeister an.

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