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Die Frau mit dem Drogenkoffer

Nach U-Haft auf freiem Fuß Die Frau mit dem Drogenkoffer

In einem Koffer mit doppeltem Boden hat eine Israelin ein Sammelsurium von Drogen über die deutsche Grenze geschmuggelt. Nach drei Monaten in Untersuchungshaft ist die junge Frau nun wieder auf freien Fuß gekommen. Das Bückeburger Schöffengericht beließ es bei einer zweijährigen Bewährungsstrafe.

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Quelle: pr.

Auetal/Bückeburg. Zuvor hatte die Studentin ein Geständnis abgelegt. Wegen der großen Menge an Rauschgift, die bei ihr gefunden wurde, war sie wegen eines Verbrechens angeklagt.

 „Hüten Sie sich davor, in Deutschland noch einmal mit Drogen erwischt zu werden – auch nicht mit Kleinstmengen“, gab Richter Dirk von Behren der 26-Jährigen mit auf den Heimweg. „Sie müssten dann damit rechnen, dass nicht nur eine Freiheitsstrafe auf sie zukommt, sondern auch die heutige Bewährung widerrufen wird.“

 Oberstaatsanwalt Klaus Jochen Schmidt geht davon aus, „dass die Angeklagte von der U-Haft stark beeindruckt ist“. Für die Studentin sprach vor allem das Geständnis, mit dem sie der Justiz einen zeitaufwendigen, zugleich kostspieligen Prozess mit Gutachten und Zeugenvernehmungen erspart hat. Außerdem ist die Angeklagte nicht vorbestraft.

 Die junge Israelin verbringt den Sommer gern in Europa und reist dann von Festival zu Festival. Am Abend des 19. Juli waren sie und zwei Freunde von einer solchen Veranstaltung in den Niederlanden gekommen. Auf der Tank- und Rastanlage Auetal-Süd kontrollierten Drogenfahnder den Mietwagen, dessen Insassen damals gegen 22 Uhr im Auto schliefen. Fündig wurden die Fahnder im Kofferraum, wo der Koffer lag. Darin befanden sich 345 Gramm Marihuana, 270 Gramm Opiate, 165 Ecstasy-Pillen, 113 Gramm Kokain und 186 Gramm Methamphetamin.

Süßlicher Geruch

Die „nicht geringe Menge“ im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes, die die Grenze zum Verbrechen markiert, war bei den meisten Substanzen um ein Vielfaches überschritten. Unterhalb dieser Grenze lagen drei Gramm LSD, die ebenfalls gefunden worden waren.

 Der Drogenkoffer soll einem Mann gehören, den die Frau auf dem niederländischen Festival kennengelernt hatte. Angeblich sollte sie ihrem neuen Bekannten das Behältnis in Berlin zurückgeben, wo sich beide später treffen wollten.

 Der Koffer verströmte einen süßlichen Geruch. Deshalb musste die Frau davon ausgehen, dass Drogen darin waren. Juristen nennen das einen bedingten Vorsatz.

 „Mir tut die ganze Sache sehr leid“, ließ die 26-Jährige verlauten. Anfangs hatte sie behauptet, den Koffer bekommen zu haben, um ihre nas-sen Klamotten verstauen zu können. Von Drogen will sie nichts bemerkt haben.

 Verurteilt wurde sie wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Zwei Jahre entsprechen in dem Fall der gesetzlichen Mindeststrafe.  ly

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