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Auetal Die Magie der Märchen
Schaumburg Auetal Die Magie der Märchen
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00:25 26.02.2015
Menschen brauchen Märchen, um zu spüren, dass sie leben: Vivian Kosok wird die These am 5. März im Familienzentrum unterstreichen, Karten kosten acht Euro, Einlass ist ab 18.30 Uhr. Quelle: pr.
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Rolfshagen

Die Hamelnerin ist Erzählerin, Erzählkünstlerin, Märchenerzählerin. „Aschenglück“ heißt ihr Programm, mit dem sie am Donnerstag, 5. März, ab 19 Uhr im Familienzentrum Rolfshagen auftreten wird. Und schon das Motto verknüpft das Aschenputtel mit dem Hans in Glück, und inhaltlich könnten beide Märchen nicht weiter voneinander entfernt sein: Die eine besitzt nichts und erhält alles, der andere hat viel und doch so schwer zu tragen.

 Kosok verknüpft die Märchen, spielt mit ihnen, sie sind der rote Faden, der sich durch den Abend ziehen wird. Und es ist ein recht großer Fundus, aus dem sie schöpfen kann: „32 Märchen habe ich im Kopf.“ Aber möglicherweise würde sie auch auftreten, wenn sie nicht eins kennen würde; so wie damals, auf der Weihnachtsfeier im Dorfgemeinschaftshaus. Dort stand der große Mann mit dem roten Rock und dem weißen Bart und fragte, wer denn ein Lied singen oder ein Gedicht aufsagen können. Die kleine Vivian konnte beides nicht, aber sie ging dennoch nach oben und stellte sich neben dem Weihnachtsmann. Warum, wollte er wissen? „Weil es mir hier oben gefällt.“

 Ein paar Jahre später, so mit 15 oder 16, begann sie mit dem Jazzdance, und als der Verein eine Trainerin suchte, sprang sie ein. Und kam nicht mehr los, seit einigen Jahren ist Kosok Fitnesstrainerin. Schon früh hat sie mit ihren Show-Gruppe begonnen, die jeweiligen Auftritte in eine kleine Geschichte einzubetten.

 Und Geschichten erzählen Märchen nun mal; kleine Prosatexte, die von wundersamen Begebenheiten erzählen und davon, wie die Guten belohnt und die Bösen bestraft werden. Geschichten, wie sie sich im Kern schon die ersten Höhlenmenschen am Feuer erzählten, wenn sie nicht gerade Mammuts jagten oder die Wände mit Malereien verzierten. „Dabei braucht man für eine gute Geschichte gar nicht viel“, sagt Kosok, „man muss nicht den ganzen Wald ausmalen mit seiner Dunkelheit, dem Laub auf dem Boden und den vielen Gefahren.“ Sondern? Man sagt nur, dass jemand in den Wald geht und schweigt dann: „Dann wird die Phantasie angeregt, und Sie stellen sich selbst vor, wie es in diesem Wald aussieht.“

 Die Phantasie muss fließen, wird die gebürtige Emmerthalerin später noch einmal im Gespräch betonen.

 Natürlich hat sie recht: Um wie viel war es magischer, die Harry-Potter-Bücher zu lesen und sich die Welt von Hogwarths vorzustellen, als sie später seriell produziert auf der Leinwand zu sehen.

 „Die eigentliche Frage“, sagt die zertifizierte Erzählerin, „dreht sich mehr darum, was das Leben jedes Einzelnen mit ihm macht – und natürlich: warum.“ Und wie von selbst würden sich dort die Märchen einfügen: Vom Aschenputtel über die Skelettfrau und Hans im Glück findet sich immer wieder der rote Faden, der die Zuhörer amüsiert oder anrührt; so wie das Leben eben ist – es ist ein einziges Auf und Ab der Gefühle.

 Und deshalb würden Menschen Märchen brauchen, sagt Vivian Kosok zum Abschied, „denn wer die Kraft hat, sich in den Träumen zu verlieren, der kann aus ihnen schöpfen: Fühle dein Herz, höre ihm zu, es belügt dich nicht.“

 Denn auch davon erzählen die Märchen: dass es besser sein kann, wenn man sich selbst gefunden hat, und es nicht wichtig ist, reich an Gütern zu sein. Hans ist erst glücklich, als er seinen Klumpen Gold so oft umgetauscht hat, dass er zwei Steine besitzt, die ihm schließlich – dumm gelaufen – in den tiefen Brunnen fallen. Aber dann läuft er befreit in die Welt, auf die Sonne zu, zur Heimat, zur Mama. rnk

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