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Eifersucht: Ehemann sticht zu

Vor Gericht Eifersucht: Ehemann sticht zu

Mit fast 2,8 Promille Alkohol im Blut hat ein Mann aus dem Auetal seiner ebenfalls volltrunkenen Ehefrau die 15 Zentimeter lange Klinge eines Brotmessers in den Bauch gerammt. Als Motiv gilt Eifersucht. Passiert ist die Tat in der Wohnung des vermeintlichen Nebenbuhlers, der über dem Paar lebte.

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Quelle: dpa

Auetal/Bückeburg. Wegen gefährlicher Körperverletzung hat das Schöffengericht in Bückeburg den Messerstecher (56) am Dienstag zu einem Jahr Haft verurteilt. Richter Dirk von Behren attestierte dem arbeitslosen Alkoholiker „ein erhebliches Gewalt- und Aggressionspotenzial“, zudem „eine menschenverachtende Gesinnung gegenüber seiner Ehefrau“. Das Paar lebt zwischenzeitlich getrennt. Die Frau ist zu dem anderen Mann (45) gezogen. Dieser versichert, dass die Beziehung rein platonisch sei.

 Der Angeklagte ist ein Mann mit Knasterfahrung, dessen Vorstrafenregister im Jahr 1973 beginnt und zwischenzeitlich 21 Einträge umfasst. Quer durchs Strafgesetzbuch, Körperverletzung kommt wiederholt vor. Einmal hat ein Gericht den Alkoholiker zu sechs Jahren Haft verurteilt, unter anderem wegen räuberischen Angriffs auf einen Kraftfahrer. Wenigstens gab es „in den vergangenen 17 Jahren keine einschlägigen Vorstrafen“, wie Staatsanwalt Lukas Veith bemerkt.

 Frank und frei gibt der Messerstecher zu, seiner Frau in der Vergangenheit „ab und zu eine geklatscht“ zu haben, bevor es am Abend des 24. Mai 2014 zum „Gewaltexzess“ kam, wie Richter von Behren die Tat nennt.

 Gegen 19 Uhr hatten die Eheleute an die Tür des Nachbarn geklopft, weil die Frau einige Tassen abgeben wollte. Ihr Mann hatte bereits das Brotmesser in der Hand. „Damit wollte er offenbar sicherstellen, dass sie wieder mit zurück kommt“, glaubt von Behren. Die Frau hatte jedoch ihren eigenen Kopf. Erst bekam sie daraufhin eine Ohrfeige, dann einen Messerstich zwischen Rippen und Bauch.

 Dass die Klinge keine lebenswichtigen Organe getroffen hat, war nach Einschätzung des Richters „reines Glück“. Sonst hatte sich der Täter vermutlich wegen Totschlags verantworten müssen. Doch auch so sieht von Behren die Tat „ganz knapp an der Grenze zu einem versuchten Tötungsdelikt“. Es sei „großzügig“, dass die Staatsanwaltschaft keine entsprechende Anklage erhoben habe. Die Frau kam mit einer zehn Zentimeter tiefen Stichwunde ins Mindener Klinikum, wo sie trotz ihrer Verletzung partout nicht bleiben wollte und ruhiggestellt werden musste.

 Eine Ärztin roch zu dem Zeitpunkt „eine enorme Alkoholfahne“, beschrieb die Patientin als „uneinsichtig“ und notierte: „Sie wollte permanent nach Hause gehen.“

 Übrigens hat die 53-Jährige ihrem Mann offenbar verziehen. Vor Gericht machte sie zwar von ihrem Recht als Ehefrau Gebrauch, die Aussage zu verweigern. Doch in einer vorausgegangenen polizeilichen Vernehmung hatte sie erklärt: „Ich will nicht, dass mein Mann bestraft wird.“

 Richter von Behren rät der Frau dringend davon ab, wieder zu ihrem Mann zu ziehen. „Ein solches Geschehen wie die Tat könnte sich wiederholen“, befürchtet er. Wenn das Paar sich heute begegnet und der angebliche Nebenbuhler dabei ist, „grüßt sie mich nicht mal“, klagt der Ehemann. „Dann ist Ende im Gelände – als würde sie mich nicht kennen.“

 Gegen das Urteil ist Berufung möglich. Staatsanwalt Lukas Veith hatte 18 Monate Haft gefordert, Verteidiger Michael Einars eine sechsmonatige Bewährungsstrafe beantragt.ly

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