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Ein gutes Beispiel

Vater renoviert Familienzentrum Ein gutes Beispiel

Markus Stein hätte es so einfach haben können. Während sich sein Sohn Sven David langsam an das Dasein im Rolfshäger Kindergarten gewöhnt, hätte er auf dem Sofa sitzen, Kaffee schlürfen und vielleicht am Handy daddeln können.

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Markus Stein (links) malt einen Raum des Familienzentrums aus, während sich sein Sohn im unteren Bereich des Familienzentrums an das Leben im Kindergarten gewöhnt.

Quelle: jak

Rolfshagen. Einfach die Zeit totschlagen und darauf warten, ob sein Sohn bei der Gewöhnung an das neue Umfeld noch väterlichen Zuspruch braucht. Aber das tat der Vater, der bereits sein drittes Kind in die Kindertagesstätte bringt, nicht.

 Er schnappte sich Spachtel, Tapeziertisch, Pinsel und Schraubenzieher und machte sich an die Arbeit. „Unkomplizierter kann so was wirklich nicht klappen“, freut sich Beate Schürmann, die Leiterin des Familienzentrums Rolfshagen.

 Stein dagegen gibt sich ganz bescheiden: „Was soll ich den blöd rumsitzen?“, fragt er und schaut hinauf zu den Wänden, die er gerade streicht, „ist doch genug zu tun hier.“ Denn nicht nur der Raum im Familienzentrum, an dessen Renovierung er gerade arbeitet, hat etwas von seiner Zupacker-Mentalität abbekommen. Spricht ihn eine der Erzieherinnen auf einen fehlenden Dübel für den Kleiderhaken an, fährt dieser Vater eben schnell nach Hause („sind ja nur zwei Kilometer“) und holt ihn. „Ich hab diese Woche ohnehin Zeit“, antwortet Stein auf die Frage, wieso er so spontan die Aufgabe übernommen hat, „und rumsitzen liegt mir nicht.“

 Kommt Schürmann ob dieses Engagements ohnehin schon aus dem Schwärmen kaum mehr heraus, gibt es sogar noch eine Steigerung: Gemeinsam mit seinem Vater packt auch der ältere Sohn schon mit an, um das Familienzentrum zu unterstützen, durch dessen Einrichtung er selbst erst gegangen ist. „Genau das wünschen wir uns, genau dafür stehen wir“, sagt die Leiterin des Familienzentrums: „Wir sind eben nicht nur ein Kindergarten, wir sind ein ganzes Familienzentrum, wo man sich zu Hause fühlt und Sachen gemeinsam bewältigt.

 Und Markus Stein ist in dieser Woche kein Einzelfall. Gemeinsam mit ihm haben noch zwei weitere Väter zu Werkzeug gegriffen: „Der eine hat den kompletten Raum gespachtelt, der andere tapeziert“, berichtet Schürmann. „Und gestern bin ich fast umgefallen, als ich hier reingekommen bin“, erzählt sie: „Die ganze Nacht hat er gearbeitet.“ Darauf Stein lächelnd: „Ach, war doch nur bis Mitternacht, die Arbeit muss halt gemacht werden.“

 Und was bekommen so fleißige Handwerker als Entlohnung? „Ich freue mich über jedes freundliche Lächeln“, sagt Stein, lacht und meint: „Und ich bekomme hier jede Menge Kaffee.“ Nach fast einer Woche Arbeit ist der Raum nun fertiggestellt. „Ich kann es gar nicht fassen. Er hat gewischt, gefegt und sogar alle Möbel zusammengebaut und nach meinem Plan aufgestellt“, freut sich Schürmann. jak

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