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Naturschutz im Auetal Ein kleiner Schritt

Wie auf Bestellung öffnet der Himmel seine Schleusen: Tröpfchen für Tröpfchen. Und Bruno Scheel hat Grund zur Freude: „Wie bestellt, oder?“, fragt das Naturschutzbund-Mitglied.

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Mit schwerem Gerät wird der Boden verdichtet: Nur dort, wo es keine Vegetation gibt, fühlt sich die Unke wohl.

Quelle: rnk

Auetal/Rinteln. Das kann man so sehen, und das kann man dann auch so sagen. Denn an diesem Freitagmorgen steht Scheel im Niemandsland der Schaumburger Egge, irgendwo im Grenzbereich der Gemarkung Borstel, Westendorf und Schaumburg, und schaut, wie mit großem und tonnenschwerem Gerät im Waldbereich das geschieht, was normalerweise Förster und Naturschützer Seite an Seite auf die Barrikaden treiben würde: Der Boden wird verdichtet, so stark es eben geht. Immer wieder wird vor und zurück gefahren, damit ein Laichgebiet für die Gelbbauchunke entstehen kann. Und Wasser, das bedeutet immer auch Leben.

 „Eine Verdichtung des Bodens ist extrem effektiv“, erklärt Scheel, der das Prinzip in den vergangenen 20 Jahren gleichsam erfunden hat: Nur dort, wo es keine Vegetation gibt, fühlt sich die Gelbbauchunke heimisch, nur dort siedelt sie sich an und pflanzt sich fort. Und nachdem sie mittlerweile ihren Weg von den Steinbrüchen in Liekwegen und Obernkirchen bis in den Bereich der Borsteler Hude gefunden hat, entsteht dort – oberhalb Borstels – der nächste Trittstein: An dieser Stelle soll die Unke geeigneten Laich- und Lebensraum finden, von dort aus soll sie weiterwandern in Richtung Hessisch Oldendorf und Hameln.

 Es ist nur ein kleiner Schritt, schließlich sind es nicht mehr als 60 bis 80 Meter, die als Laichgebiet geschaffen werden. Und weitere 50 Meter entfernt entsteht noch ein Aufenthaltsbereich für die Gelbbauchunke. Doch Scheel kann dort an diesem Morgen auch auf sein umweltschützerisches Lebenswerk blicken: Heute arbeiten Umweltschützer, Steinbruchbetreiber, Kommunen und Landesforsten Hand in Hand, um eine Tierpopulation zu fördern, von der die meisten vor zwei Jahrzehnten nicht einmal ahnten, dass sie überhaupt existiert. Die Gelbbauchunke führt ein Nischendasein, in dem sie sich clever eingerichtet hat und in der eine Dreifach-Strategie das Überleben sichert: Es sind sehr viele Eier (rund 400), diese werden in mehreren Tümpeln abgelegt, und zwar bis weite in den August hinein – so steigen die Chancen, dass zumindest ein Teil des Unken-Nachwuchses überlebt.  rnk

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