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Einmal bis halb eins

Rolfshagen / Kritik Einmal bis halb eins

Der Vorwurf klingt hart: Bis nachts um halb eins sollen Landwirt Heinrich-Jürgen Ebeling und seine Helfer die Maisernte eingefahren haben.

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Mensch Martin

So wollen es Anwohner und der Betreiber einer Biogas-Anlage: Die Maisernte ist beendet, und die Miete ist gut gefüllt.

Quelle: rnk

Rolfshagen. Für den einen oder anderen Anwohner der Reihe, Welle oder Rolfshagener Straße, über die die Maisernte zum Hof und in die Anlage gebracht wird, war das viel zu spät, schließlich wird durch die schweren Trecker mit Hänger die Nachtruhe gestört.

 „Ja“, sagt Heinrich-Jürgen Ebeling, der Vorwurf stimmt, „in einem Fall haben wir tatsächlich bis halb eins in der Nacht auf den Feldern gearbeitet.“ Das Feld liegt in Hattendorf, eigentlich wollte man bis 23 Uhr fertig sein, dann tauchte noch eine Ecke auf, die geerntet werden musste. „Und dann haben wir gesagt, wir arbeiten heute, bis wir hier fertig sind“, sagt Ebeling, „sonst hätten wir morgens wieder hinfahren müssen“. Und der Weg von Rolfshagen nach Hattendorf und umgekehrt sei ja auch nicht gerade kurz.

 Das Fahrzeugaufkommen werde sich zwar auch verdoppeln, doch mit rund 1000 An- und Abfahrten im Jahr würden die Anlieger nicht übergebührlich belastet werden, hatte Ebeling vor dem Bau der Anlage den Rolfshägern versprochen. Ein Versprechen, das er als gehalten betrachtet: „Mehr Fahrten waren es in diesem Jahr auch nicht.“ Die Anfahrten mit Mais, Getreide, Gras oder anderen nachwachsenden Rohstoffen zur „Speisung“ der Biogas-Anlage sei aus vier Richtungen erfolgt. Schwerpunkt war die Reihe, die in etwa weniger als 50 Prozent der Lieferungen aus dem Raum Kathrinhagen und Borstel aufnehmen muss. Aus der Welle kommen weitere 20 Prozent der Fahrten, während die Rolfshagener Straße und die Obernkirchener Straße nur zu 15 Prozent genutzt werden. 60 Hektar Mais hat Landwirt Ebeling allein in und um Rolfshagen geerntet. Und er hat schon darauf geachtet, dass die Beeinträchtigungen so klein wie möglich ausgefallen sind, meint Ebeling: Am Wochenende etwa habe man die weit entfernt liegenden Felder abgeerntet. Soll heißen: Da gab es dann weniger Fahrten.

 Es habe, so Ebeling, bei der Ernte eine eigene persönliche Vorgabe gegeben: Schluss sollte stets gegen 22 Uhr sein, und morgens habe kein einziger Trecker vor 6 Uhr den Hof verlassen. Anwohner hatten berichtet, dass die Trecker schon eine Stunde früher losgerollt seien.

 Die Maisernte hat Ebeling in dieser Woche abgeschlossen. Und für das nächste Jahr wünscht er sich, dass sich die Anwohner bei ihm melden, wenn ihnen etwas sauer aufstößt: „Wer beispielsweise eine Feier hat, kann sich melden, dann legen wir die Route um“, sagt Ebeling. Reden hilft.

Generell ist der Maisanbau in Niedersachsen erstmals seit 13 Jahren zurückgegangen. Mais wird in diesem Jahr noch auf einer Gesamtfläche von 586000 Hektar angebaut, wie der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie (LSKN) in Hannover mitteilte. Dies sind 34000 Hektar oder 5,6 Prozent Fläche weniger als 2012. Zuvor war die Maisanbaufläche seit dem Jahr 2000 von damals 290000 Hektar stetig gestiegen.

 Hinzu kam in diesem Jahr der kalte und nasse Frühling, der mit zum Rückgang beitrug. Und ein zweiter Faktor wird vom Landesbetrieb als Ursache für den Rückgang verkündet: Es hat eine Sättigung gegeben, der Anteil an Mais-Flächen in Niedersachsen war schon sehr hoch. Zudem stagniere die Zahl der Biogasanlagen auf lange Sicht. Die staatliche Biogas-Förderung ist mit der Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes neu geregelt worden. Seit dem 1. Januar 2012 gibt es für Betreiber von Neuanlagen weniger Zuschüsse für Strom aus Biogas, was Neubauten weniger attraktiv mache. rnk

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