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Energie aus Antendorf

Windkraft Auetal GbR Energie aus Antendorf

Vor gut vier Jahren, erinnert sich Thomas Rinnebach, hat er hier oben beim Windrad mit Andreas Held gestanden, und beide waren sich einig: Man müsste mal etwas zusammen machen.

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Antendorf. Schließlich ist Rinnebach Prokurist der Stadtwerke Rinteln und Held Geschäftsführer der Windkraft Auetal GbR, deren Anlage seit 1994 rund acht Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt und dadurch 4,8 Millionen Kilo Kohlendioxyd vermieden hat.

Als dann vor anderthalb Jahren die Gründung der Netzgesellschaft Auetal mit der Gemeinde und den Stadtwerken Rinteln von den politischen Gremien abgesegnet und das Netz an die Stadtwerke verpachtet wurde, da stand schnell die Frage im Raum: Kann man etwas gemeinsam machen. Nun ist es soweit: Ab dem 1. Januar können rund 100 Auetaler Haushalte ihren Strom aus Antendorf beziehen, vom dortigen Windrad.

Aber der Reihe nach: Die Idee zur Antendorfer Anlage erlebte ihre Geburtsstunde auf dem Tag der Niedersachsen in Rinteln, wo der NABU ein mobiles Windkraftrad aufgebaut hatte, das andauernd wegen Überwind abschaltete. Für die Nabu-Aktivisten war dies ein Fingerzeig: Im Auetal könnte ein Windrad einen guten Ertrag leisten.

1994 ging es ans Netz; zu einer Zeit, in der der Landkreis mit Blick auf die Genehmigungen noch nicht recht wusste, wie es mit der neuen Energiegewinnung umzugehen habe. Held überzeugte das Stadthäger Kreisbauamt nicht ganz davon, dass nur 50 Quadratmeter durch den Sockel versiegelt würden und der Nutzen für die Natur ungleich größer sei. Doch nach dem Hinweis, dass der Nabu Auetal Jahr für Jahr zehn Prozent der Gewinne erhalten würde, erklärte man sich beim Landkreis damit einverstanden, dass eine Reihe Obstbäume an der Straße zur Lust als Ausgleichsmaßnahme ausreichen würden.

Förderung für Ökostromanlagen festgeschrieben

Der produzierte Windkraft-Strom wurde bislang, vereinfacht formuliert, einfach eingespeist und dann an den Strombörsen verkauft. Jetzt ist der Börsenpreis niedrig, aber die zugesagte Förderung für Ökostromanlagen festgeschrieben. Die Differenz wird als EEG-Umlage auf alle Stromkunden in Deutschland umgelegt. Zurzeit, sagt Held, sei die Umlage höher, „als das, was wir kriegen“.

Jetzt wollen Stadtwerke und Windrad-Gesellschaft ein neues, ein gemeinsames Angebot vorlegen: Der hier produzierte Strom wird von den Stadtwerken Rinteln vermarktet und exklusiv im Auetal angeboten. AuVento heißt dieses Produkt. „Er kommt zu hundert Prozent hier an“, erklärt Rinnebach. Dieser Antendorfer Strom wird nicht unbedingt günstiger, jedenfalls nicht viel. Andreas Held rechnet vor, dass er etwa fünf Euro im Jahr sparen wird, aber die Leitungsverluste fallen weg, ein weiterer Vorteil für die Umwelt, und ein Teil der Netzentgelte auch.

Die Stadtwerke haben bislang die Einwohner in Raden, Escher, Antendorf und Hattendorf angeschrieben und ihnen das Angebot per Flyer vorgestellt. Nach und nach werden die übrigen Haushalte des Auetals angeschrieben, zunächst rund 700 Haushalte in Klein Holtensen, Poggenhagen, Rannenberg und Rehren.

Wer wechseln möchte, schickt den Vertrag an die Rintelner Stadtwerke zurück. Den Rest übernimmt das Team in Rinteln. Und wenn alles glatt läuft, sagt Rinnebach, dann gibt es zum 1. Januar 2017 Strom aus Antendorf. Man kann auf die Veranda treten und Gästen das Windrad zeigen und dabei feststellen: „Da kommt mein Strom her.“ rnk

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