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Etwas Neues beginnt

Landfrauen im Labyrinth Etwas Neues beginnt

Bei einem Labyrinth muss man genau unterscheiden, erklärt Otto von Blomberg. Ein Labyrinth im weiteren Sinn ist ein Irrgarten. Sein Labyrinth ist dagegen ein verzweigungsfreier Weg, auf dessen Linienführung man unter regelmäßigen Richtungswechseln zwangsläufig zum Ziel gelangt.

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Wo alles läuft und einer einsam wacht: Die Landfrauen erkunden das Labyrinth auf Gut Nienfeld.

Quelle: rnk

AUETAL.  „Sie haben Ihr Ziel erreicht“ heißt es für gut 25 Landfrauen aus Rinteln und Hessisch Oldendorf nach rund 444 Schritten. Von Blomberg steht oben vor einer Laube und erklärt, dass beim Weg zum Mittelpunkt auch das Moos niedergetreten und unterdrückt werde.

Von Blomberg ist nicht nur Besitzer des Gutes Nienfeld, sondern auch begnadeter Erzähler, daher fällt die Herbstwanderung der Landfrauen ein bisschen kürzer aus. Immer wieder bleibt der Gutsherr stehen, erzählt vom Teich, der als Feuerlöschanlage konzipiert worden war, von den beiden Methusalem-Karpfen, die hier ihre Runden drehen, vom Eisvogel, dem er einen Ansitzplatz anbietet, wenn der schillernde Jäger Appetit auf leckere Stichlinge hat.

Die Landfrauen bieten ihre Wanderung immer am ersten Tag einer neuen Jahreszeit an. Den Teilnehmerinnen sollte an diesem Freitag bewusst werden, dass nun der Sommer beendet ist und der Herbst beginnt, auch wenn sich dieser Sommer drei Monate lang wie ein vorgezogener Herbst anfühlte.

Nun beginnt der echte, der kalendarische Herbst. Auch botanisch lässt sich die Jahreszeit gut einteilen: Frühherbst ist, wenn die Früchte des Schwarzen Holunders süß reifen, der Vollherbst beginnt mit den reifen Eicheln, und dann folgt noch der Spätherbst. Die Eichenblätter färben sich rot-braun, die Natur bereitet sich auf ihren langen Winterschlaf vor.

Von Gut Nienfeld geht es einen Hainbuchenweg hinauf, Richtung Süntel, „da habe ich noch ein paar Geschichten“, sagt von Blomberg. Sie handeln von Grenzgräben von 1180, von Grenzsteinen, die von englischen Panzerfahrern umgefahren und wieder aufgestellt werden, und von Franzosen, die vor vielen, vielen Jahrzehnten durch das Land stromerten. Aus Furcht vor einer Geiselnahme versteckt sich der damalige Besitzer des Gutes in einer uralten Eiche im nahen Wald, zwei Tage lang. Er wurde nicht entdeckt.

Gehungert hat er übrigens in seinem Versteck nicht, sagt von Blomberg, und lässt eine kleine Pause entstehen, denn eine gute Pointe will ja schön und langsam aufgebaut werden. Dann kommt sie: „Sein Hund hat ihm das Essen zum Baum gebracht.“ rnk

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