Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Fünf Minuten Zeit für ein vielseitigeres Auetal

Rehren / Geografie-Studenten befragen die Bürger Fünf Minuten Zeit für ein vielseitigeres Auetal

Der Erste hat es eilig, der Nächste hat leider keine Zeit. Und der Dritte antwortet gar nicht, als Katrin Schreiner ihn fragt, ob er einen Augenblick Zeit hat, um eine Handvoll Fragen zu beantworten.

Voriger Artikel
Vier Hektar für den Naturschutz
Nächster Artikel
Für die Ehrenamtlichen ist es eine Heidenarbeit

Was gefällt Ihnen am Auetal? Und was fehlt hier? Hannes Gries befragt Horst Kerst.

Quelle: rnk

Rehren (rnk). Kurzum: Es ist ein hartes Brot, in Rehren eine Umfrage abzuhalten.

 Dabei wären die Bürger, egal, ob Alt oder Jung, gut beraten, wenn sie sich fünf Minuten Zeit nehmen würden, denn es geht um einen Bereich, der sie alle betrifft. Es geht um das Auetal, um die Lebens- und Wohnqualität, es geht um die Frage, was sich verbessern lässt.

 Man muss kein Prophet sein, um dies vorherzusagen: Darauf wird es wohl keine einfache Antwort geben, die Verwaltung und Politik dann ruckzuck von heute auf gleich oder von heute auf morgen umsetzen, aber wertvolle Hinweise und Fingerzeige erhoffen sich Rat und Rathaus doch.

 Timm Wiegand ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Akademie für Raumforschung und Landplanung Hannover und leitet das Auetaler Projekt, das maßgeblich von Thomas Priemer angeschoben wurde. Weil die Politik nach Förderrichtlinien verlangte, um mit finanzieller Unterstützung eine Wohn- und Lebensentscheidung für das Auetal zu belohnen, hatte sich der Bürgermeister nicht in die Untiefen des Internets begeben, um dort ratzfatz eine Satzung zu kopieren (es gibt sie dort gleich dutzendweise), sondern Kontakt zur Universität Hannover aufgenommen: Ob man nicht mal ein Projekt vor Ort durchführen möchte? Im Auetal etwa? Man wollte, und im Auetal wird man daher in einigen Wochen und Monaten auf Aussagen, Wertungen und Daten zurückgreifen können, die direkt auf die Bürger zurückgehen.

 Man muss Schwerpunkte setzen, meint Wiegand, als er auf das Beispiel Kärnten verweist: Auch dies eine strukturschwach Region, aber eben auch „Anbieter räumlicher Begebenheiten“, sagt Wiegand, und meint: Es ist schön dort, es gibt viel Natur. Dies etwa könnte für einen Menschen, der nicht ortsgebunden ist, durchaus den Ausschlag geben: viel Natur. Wer als Künstler beispielsweise sein täglich’ Brot verdiene, könne seinen Arbeitsplatz nach anderen Gesichtspunkten wählen, weil er ungebunden sei; da könne schöne Natur ein Entscheidungskriterium sein.

 Warum ziehen Menschen aus dem Auetal weg? Und warum ziehen sie hierher? Fragen dieser Art werden in den Gesprächen mit den sogenannten Experten gestellt werden, etwa den Ortsvorstehern oder den Leitern der Geldinstitute. „Qualitative Expertisen“ nennt dies Wiegand, während die Fragebogenaktion eine qualitative ist.

 Katrin Schreiner hat mittlerweile auf dem Marktplatz jemanden gefunden, der Antworten gibt: Gefällt Ihnen das Gastronomieangebot? Ist das Auetal kinderfreundlich? Wie beurteilen Sie die Kultur? Und wie würden Sie das Auetal in einem Wort zusammenfassen? Es ist für die Geografie-Studentin Katrin Schreiner eine Art Heimspiel, sie studiert in Hannover Geografie, stammt aber aus Rolfshagen – und hat sich freiwillig gemeldet, als sie von dem Projekt erfuhr. Heute an ihrer Seite: Lukas Rebentisch und Hannes Gries, der Rest der Studenten steht vor dem Aldi- und vor dem Penny-Markt. Lukas Rebentisch kann sofort nachvollziehen, welche Probleme das Auetal hat, er stammt ebenfalls aus einer ländlichen Region, wo vieles weggebrochen ist. Und als durch eine Raffinerie endliche neue Arbeitsplätze kamen, siedelte sich nichts Neues mehr an: „Es gibt einen Supermarkt und ansonsten nur noch Landwirtschaft“, sagt er. Das, was man hier im Auetal vorfinde (oder auch nicht), das sei exemplarisch für die Probleme im ländlichen Raum.

 Die ersten Antworten sind natürlich reine Stichproben, aber sie geben doch ein bisschen Aufschluss. Und sei es nur darüber, wie weit auseinander die Beurteilungen zuweilen liegen: Bei der Frage nach der Kinderfreundlichkeit reichen die Antworten der Bürger von „sehr kinderfreundlich“ bis „geht gar nicht“.

 Und Lukas Rebentisch verweist auf einen ganz anderen Aspekt: Dass Menschen zwar gerne über mangelnde Angebote klagen würden, aber dann, wenn es diese Angebote endlich geben würde, sie diese nicht annehmen würden – es ist eine Erkenntnis, die eine eigene Untersuchung wert wäre.

 Heute wird die Bürgerbefragung fortgesetzt, weitere Termine sind der 29. und der 1., 3. und der 11. Dezember.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Eine gute Tradition findet regelmäßig ihre Fortsetzung – die „Aktion Weihnachtshilfe“. In der Vorweihnachtszeit rufen die Schaumburger Nachrichten unter dem Motto „Schaumburger helfen Schaumburgern“ jedes Jahr zu Spenden für bedürftige Menschen im Landkreis auf. mehr

Schaumburg