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Für die Ehrenamtlichen ist es eine Heidenarbeit

Rolfshagen / "Frühstück für alle" Für die Ehrenamtlichen ist es eine Heidenarbeit

Es ist ein reichhaltiges, kaltes Büfett, das die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Kathrinhagen-Rolfshagen aufgefahren hat. Diverse Sorten Brötchen, Platten mit Wurst, Käse und Fisch, Rührei mit Speck, hart gekochte Eier, süße Brotaufstriche und Obst finden sich hier und bieten die Gewähr, dass jeder der rund 60 Gäste auf seine Kosten kommt.

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Viele Jahre hat Gerda Pawelczyk bei der Organisation des Gemeindefrühstücks mitgeholfen. Jetzt genießt sie es als Gast.

Quelle: wk

Rolfshagen (wk). Und dass es den meist älteren Teilnehmern der unter dem Motto „Frühstück für alle“ stehenden Veranstaltung schmeckt, lässt sich nicht zuletzt daran festmachen, dass sie das auf mehreren zusammengeschobenen Tischen aufgebaute Büfett im Verlauf dieses Vormittages nicht nur einmal aufsuchen, um ihre Teller zu füllen.

 Zweimal im Jahr, jeweils an einem Sonnabend im Frühjahr und im Herbst, lädt die Kirchengemeinde ihre Mitglieder zu solch einem geselligen Frühstück in das Rolfshäger Gemeindehaus ein. Pendants dazu stehen in geringem zeitlichen Abstand in Kathrinhagen auf dem Programm. Dabei werden die Büfetts bei all diesen Veranstaltungen jedoch nicht extern von einem Partyservice oder Ähnlichem angeliefert, sondern von Frauen aus der Kirchengemeinde zusammengestellt – ehrenamtlich, versteht sich. Und das macht eine Heidenarbeit: Allein für das Einkaufen der vielen Zutaten und das Eindecken der Tische für die Gäste gehen am Vortag gut sechs Stunden drauf, verrät Anne Ackmann. Am Morgen des „Frühstücks für alle“ sind die 61-Jährige und deren mittlerweile vier Mitstreiterinnen dann von ungefähr 6.30 Uhr an in der Küche des Gemeindehauses damit beschäftigt, Kaffee zu kochen, die Platten zu belegen und das Büfett im Saal schmackhaft anzurichten, bevor um 9.30 der Startschuss für die vom bekannten Liedermacher Reinhard Mey auf humorige Weise besungene „Heiße Schlacht am kalten Büfett“ beginnt. Anders als in diesem Lied geht es hier freilich überaus gesittet zu, was auch daran liegen mag, dass von allem mehr als genug vorhanden ist.

 „Es macht schon viel Arbeit“, resümiert Erika Meier, eine weitere der guten Seelen des 2006 ins Leben gerufenen Gemeindefrühstücks. Ist die mehrstündige Veranstaltung gelaufen und sind die Aufräumarbeiten erledigt, seien sie und die anderen Helferinnen aber auch regelmäßig „platt“, wenn sie gegen Nachmittag nach Hause kommen. Demgegenüber mache das Ganze aber auch sehr viel Freude.

 Initiiert worden ist das „Frühstück für alle“ seinerzeit insbesondere aus dem Grund, dass man auch die Männer innerhalb der Kirchengemeinde motivieren wollte, „sich bei der Kirche sehen zu lassen“, berichtet die 64-Jährige. An anderen Veranstaltungen wie etwa dem Gemeinde-Nachmittagskreis würden nämlich in der Regel leider nur Frauen teilnehmen.

 Vor diesem Hintergrund muss man sagen, dass der Plan offenbar aufgegangen ist. Denn es sind auch diesmal außer zahlreichen Damen auch wieder etliche Herren gekommen, die sich genüsslich am Buffet laben und rege Unterhaltungen mit den anderen Gästen führen. Unterm Strich bilden die Besucher des „Frühstücks für alle“ die inzwischen größte Gruppe innerhalb der Kirchengemeinde, ergänzt Ackmann stolz.

 Ein nicht unerheblicher Anteil an dieser positiven Entwicklung ist Gerda Pawelczyk zuzuschreiben, die sich bis vor Kurzem noch selbst tatkräftig für das Gemeindefrühstück engagiert hat, dieses Ehrenamt jetzt aber aus Altersgründen sozusagen zur Ruhe gesetzt hat. Von der ersten Stunde an sei das ehemalige Mitglied des Kirchenvorstandes „immer der Motor“ des über lange Zeit nur vierköpfigen Helferteams gewesen und habe „die Fäden zusammengehalten“, berichtet Erika Meier. „Sie konnte das einfach gut.“ Daher bedauere man es natürlich sehr, dass sie jetzt nicht mehr aktiv dabei ist. Andererseits freue man sich aber auch darüber, dass man zwei neue Helferinnen als Ersatz gefunden habe, die ebenfalls gut ins Team passen.

 Die Entscheidung, aufzuhören, sei ihr schon ein bisschen schwer gefallen, weil die Arbeit rund um das „Frühstück für alle“ eben auch viel Spaß gemacht hat, räumt Gerda Pawelczyk ein. Zumal sie sich auch aufgrund ihres christlichen Glaubens dafür engagiert hat. Die lobenden Worte zu ihrer Person sind allerdings nicht ihr Ding: Sie sei der „Motor“ gewesen? „Nein, das kann man so nicht sagen“, erklärt die 73-Jährige. „Da gibt es mehrere Motoren!“

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