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Furzwitze gehen immer

Kinderbuchlesung in der Rehrener Grundschule Furzwitze gehen immer

Es gibt nichts Schöneres als Kinderlachen, sagt das Sprichwort. Es sagt aber auch: Die Dosis macht das Gift. Und wer als routinierter Vorleser, Erzähler, Sänger und Alleinunterhalter für Kinder unterwegs ist, der hat auf Dauer auch mit den schönen Seiten des Berufs zu kämpfen.

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Rehren. Nach mehreren Stunden, die Thommi Baake die Kinder der Grundschule Rehren zum Lachen, Johlen und Kreischen gebracht hat, bittet er etwas abgekämpft: „Seid doch bitte leiser, ich bin schon fast heiser.“

 Eine fruchtlose Bitte, die Begeisterung hatte schon um sich gegriffen. Auch der umfangreiche Einsatz des Flüsterfuchses – der anfangs als Handzeichen für allgemeines Schweigen eingeführt wurde – half da nicht weiter.

 Unter den etwa 120 Kindern der dritten und vierten Klasse (die ersten beiden waren in den Stunden zuvor an der Reihe) befindet Baake sich in seinem Element. Er singt, ließt, erzählt und befragt – und bezieht die Schüler in fast alles mit ein.

 Wer schon einmal versucht hat, die Aufmerksamkeit von mehr als 120 Kindern für 90 Minuten zu halten, der weiß, was für ein Balanceakt das ist. Aufpeitschen ja, damit es nicht langweilig wird. Aber nie übertreiben, damit alle doch noch auf ihren Plätzchen bleiben und das eigene Trommelfell und die Stimme geschont bleiben.

 Baake, der sich in früheren Jahren in Serien wie der „Sesamstraße“ und „Schloss Einstein“ schauspielerisch betätigt hat, schreibt seit fünf Jahren Kinderbücher. Zunächst „Erwin und die Leuchtgiraffen“ und den Nachfolger „Die Rückkehr der Leuchtgiraffen“ sowie dann sein neues Buch, das er auch in Rehren vorstellte, „Urlaub im Kühlschrank“. Er ist als Solo-Komiker unterwegs, schreibt Kinderlieder und hat eine Folkmusik-Band gegründet.

 Während Baake bei dem ersten Vorlesestück aus seinem Buch die popkulturellen Kenntnisse der Grundschüler wohl etwas überschätzte und mit zahlreichen Anspielungen aus Filmen und vor allem „Star Wars“ mehr fragende Gesichter als wirkliche Lacher ernten konnte, passte das zweite Kapitel dann wie die Faust aufs Auge des Grundschulhumors.

 Prinzessin Blumenkohl und Prinz Grünkohl, die aufgrund ihrer namensgebenden Lieblingsspeisen mit ständigen Flatulenzen zu kämpfen haben (daher auch der Titel der pupsenden Prinzessin) befinden sich genau auf der Wellenlänge der Grundschüler.

 An dieser Stelle hätte sich Baake – vielleicht nicht zur Freude der anwesenden Lehrerschaft – auch darauf beschränken können, für die nächsten zehn Minuten Furzgeräusche von sich zu geben, um schallendes Gelächter zu provozieren. Doch das war nicht nötig, noch hatte der Komiker genug Material zu bieten. Mit Geschichten über Mathe-Lehrer, die den Unterricht schwänzen, hatte er natürlich abermals alle Lacher auf seiner Seite – selbst die der anwesenden Mathe-Lehrer.

 Nicht ohne Grund fordert Baakes junges Publikum nach dem letzten Lied noch mehrmals nach Zugaben und konnte so eine kleine Fragerunde mit dem Autor erkämpfen, der auch gelobte, am Ende jedem eine signierte Autogrammkarte zu überreichen. Kurz bevor Baake in einer Traube autogrammwütiger Kinder verschwand, wurde er noch mal ernst: Seine Bücher könne man natürlich überall kaufen. Aber bei Amazon, da verdiene er am wenigsten. jak

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