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Gallischer Zwerghahn verscheucht

Rolfshäger feiern fröhliche Schützenparty Gallischer Zwerghahn verscheucht

Napoleon ist wieder einmal geschlagen, die Geschichte wurde am Wochenende in Rolfshagen nicht neu geschrieben, aber fest steht: Die Tradition lebt.

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Nass geht es zu auf dem Schlachtfeld. Die Königstreuen bekämpfen mit allen Mitteln den Franzosenkaiser und seine Anhänger.

Quelle: tol

ROLFSHAGEN. . Einigen wenigen engagierten Mitgliedern des Schieß- und Sportvereins (SSV) Auetal ist es gelungen, das Schützenfest mit der großen Napoleonschlacht wieder aufleben zu lassen. „Wenn auch in etwas kleinerem Rahmen, als das früher der Fall war“, sagte der Vorsitzende, Thomas Strömel.
Schon seit Wochen hat der SSV, der ehemalige Schützenverein Rolfshagen, mit Plakaten geworben, und von Montag an waren König Jörg Drescher und sein Gefolge sowie Napoleon und seine Truppe im Dorf unterwegs. Böllerschüsse erklangen, Raketen wurden abgeschossen und bei zahlreichen Rolfshägern ein Halt eingelegt, um diese persönlich zum Fest einzuladen.
Das hat funktioniert. Als am Samstagnachmittag die Schützenparty mit einem Familienfest begann, waren die Rolfshäger da. Die Kinder tobten auf einer Strohburg, konnten Sackhüpfen, Dosenwerfen oder sich schminken lassen, während die Erwachsenen sich Kaffee und Kuchen schmecken ließen und den Klängen des Spielmannszuges lauschten. Für Freude bei Jung und Alt sorgten die Auftritte der Milchschnitten und der Skyscrapper.
Ohne Pause ging es zur abendlichen Schützenparty mit DJ Florian und DJ Stasi über – bis plötzlich Napoleon und seine Mannen mit viel Geknall und Geschrei die Bühne einnahmen. Napoleon ließ verkünden, dass er Rolfshagen eingenommen habe. Sämtliche Besitztümer sollten die Rolfshäger ihm überlassen und ihren Volkskönig in die Verbannung schicken. „Eure Weiber sollen sich mir jederzeit zu unkeuschen Diensten bereithalten“, forderte Napoleon Bonaparte (alias Stephen Hodgkins). Jeder Widerstand sei zwecklos. Als allerletzten Ausweg bot er den Königstreuen an, zu seinem starken Heer überzulaufen.
„Das ist eine läppische Kriegserklärung eines elenden gallischen Zwerghahns“, stellte der Adjutant des Königs, Klaus Weber fest. Man wolle den korsischen Inselaffen zum Teufel jagen. „Mit deinem lausigen Gekrähe kannst du vielleicht ein paar alterschwache gallische Hühner erschrecken, aber nicht meinen König“, so der Adjutant.
Zwar wurde noch bis in den Morgen gemeinsam gefeiert, aber die „Streitigkeiten“ nahmen mehr und mehr zu. Als das Ultimatum nach dem Katerfrühstück am Sonntag verstrichen war, zogen die Truppen gestärkt in den Kampf.
Im Donnerhall der Kanonen tobte die Schlacht um die Herrschaft über Rolfshagen. Dabei blieb dank der Wasserbomben und Wasserpistolen keine Uniform trocken. Die Doktoren um Professor Dr. Fummel mussten häufig mit alkoholischer Medizin aus der Spritze helfen. Schließlich konnten die königstreuen Truppen Napoleon überwältigen und festsetzen. Die Kinder erkämpften sich sogar seinen Hut, den er am Ende mit einigen Gläsern Brause auslösen musste. Dann kehrte wieder friedliche Stille in Rolfshagen ein – jedenfalls für zwei Jahre. la

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