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Auetal Gut aufgehoben
Schaumburg Auetal Gut aufgehoben
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00:16 27.09.2013
Nicht nur Pferde-Angebote waren im diesjährigen Ferienspaß schnell ausgebucht. Quelle: pr.
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Auetal

Also wird gelobt. Rüdiger Teich sieht für die SPD/Grünen-Gruppe das Auetal mit den beiden Jugendzentren und den Projekten „gut und professionell aufgestellt“, die Jugendarbeit sei Zukunftsvorsorge, sagt der Rolfshäger. Sie sei ein Baustein, damit der ländliche Raum attraktiv bleibe. Und selbstverständlich sei die Arbeit in Jugendzentren auch nicht, andere Kommunen würden einfach einen Bauwagen oder einen Container aufstellen, manchmal laufe die Jugendarbeit auch unkontrolliert ab.

 Das sieht der Rest des Ausschusses ähnlich: Passgenau sei der Ferienspaß gewesen, heißt es quer durch die Reihen. Nur Stefan Vollmer hat als beratendes Mitglied Bedenken: Man müsse aufpassen, dass die Jugendzentren in Rolfshagen und Rehren nicht in Konkurrenz zu den Vereinen treten würden, schließlich sei es für die Vereine schon schwer genug, die Jugendlichen zu erreichen. Gerade im Nachwuchsbereich hätten viele Klubs, seien es die Schützen oder die Wehren, Probleme. Grundsätzlich, so stellte Vollmer klar, sehe er die beiden Jugendzentren und deren Angebote aber positiv.

 Eigentlich sei es ja schön, dass es beide gebe, die Vereine und die Jugendzentren, meinte Corina Weiß (CD). Da könnten es sich die Kinder aussuchen, wohin sie gingen. Aber in manchen Vereinen werde die Jugendarbeit nicht so gepflegt, wie sie gepflegt werden könnte. Vollmer sprang den Vereinen bei: Dort gebe es keine Vollzeitstellen, dort gebe es oft zu wenig Zeit und zu wenig professionelle Strukturen. Aber die Frage sei vielmehr, welche Brücken man bauen könne: Wie könne sich die Jugendarbeit in die örtlichen Vereine einbringen?

 Das Jugendzentrum könne mit einem Angebot auf die Auetaler Sportplätze gehen, erwiderte Bürgermeister Thomas Priemer, Schnittmengen könnten durchaus in Übereinstimmung gebracht werden.

 Anschließend sprach Priemer ein ähnliches, wenn auch anders gelagertes Thema an: die Zielgruppe der 16- bis 21-Jährigen. Schließlich richte sich die Jugendarbeit vor allem an die bis zu 16 Jahre alten Jugendlichen, bei den über 16-Jährigen herrsche dagegen Unzufriedenheit. Aber, so revidierte Priemer sofort danach, wenn man sich den Arbeitsalltag der Jugendpflegerin ansehe, dann stelle sich schon die Frage, wer das alles leisten solle. Immerhin seien die Vorurteile gegen das Jugendzentrum Rehren weitgehend beseitigt, jetzt müsse man das Jugendzentrum für ältere Jugendliche interessant machen.

 Dass sich der Fachausschuss derart intensiv mit der Jugendarbeit befasste, lag auch an einem Beschluss des Verwaltungsausschusses, der im April entschieden hatte, die Arbeitszeit von Jugendpflegerin Anne Matthias für die Dauer von zwölf Monaten von 30 Stunden auf 38 Stunden zu erhöhen. Nach Ablauf von sechs Monaten sollte sie über den bisherigen Verlauf des Projektes zur Heranführung und Bindung von Kindern aus der Ganztagsbetreuung der Grundschule an das Jugendzentrum berichten.

 Denn nach rund einem Jahr intensiver Projektarbeit mit Hortkindern und Jugendzentrumsbesuchern sei festzustellen, dass durch die Projekte und Angebote deutlich mehr Besucher das Jugendzentrum Rolfshagen besuchen würden, hatte Anne Matthias zuvor erklärt. Und was in Rolfshagen funktioniert, das soll auch in Rehren klappen, nämlich die „Heranführung und Bindung von Kindern aus der Ganztagsbetreuung der Grundschule an das Jugendzentrum Rehren“, um sie an das „Loft“ zu binden und sie in das Angebot zu integrieren.

 Mit den 40 bis 46 Kindern, die im Rahmen der verlässlichen Ganztagsschule das Betreuungsangebot bis 15 Uhr in Anspruch nehmen, wird dafür in Zusammenarbeit mit den pädagogischen Fachkräften der Grundschule und der Jugendpflege ein Betreuungsangebot durchgeführt.

 Dieses beinhaltet, dass die Jugendpflegerin an zwei Tagen in der Woche im Rahmen der Ganztagsbetreuung mit Kindern Angebote und Projekte erarbeitet, die sowohl in der Grundschule als auch langfristig im Jugendzentrum „Loft Rehren“ durchgeführt werden sollen. Um Nachwuchs in der Jugendarbeit zu gewinnen und sich Jugendzentrumsbesucher „zu sichern“, sei es notwendig, schon Kinder in die Jugendarbeit mit einzubeziehen, damit es für sie zu einer Selbstverständlichkeit werde, das Jugendzentrum aufzusuchen, erklärte die Jugendpflegerin.

 Das Kooperationsprojekt begann im April mit Besuchen in der Grundschule Auetal, die sich seither zweimal wöchentlich wiederholen. Die Jugendpflegerin unterstützt die pädagogischen Fachkräfte, die im Ganztagsbereich tätig sind, bei Bastelangeboten, Koch- und Backaktionen, sportlichen Angeboten sowie bei der Betreuung der zu erledigenden Hausaufgaben der sechs- bis zehnjährigen Kinder.

 Bis August dieses Jahres haben sich die Angebote der Jugendpflegerin für die Ganztagsschüler ausschließlich auf die Räumlichkeiten in der Schule beschränkt.

 Ziel der Hospitation und Mitarbeit im Ganztagsbereich war es, die Kinder persönlich kennenzulernen, ein Vertrauensverhältnis mit Kindern, Eltern, Lehrern und dem Betreuungspersonal aufzubauen.

 Zusammenfassend sei festzustellen, dass das Projekt sich durchaus positiv entwickelt habe: „Sämtliche gesetzten Ziele der Jugendpflegerin wurden erfüllt, und die Erwartungen haben sich bestätigt. Aus Gesprächen mit Eltern ist deutlich geworden, dass diese das Angebot der Jugendpflegerin als Ergänzung der verlässlichen Nachmittagsbetreuung ansehen und ihre Kinder im Jugendzentrum gut aufgehoben wissen“, zog die Jugendpflegerin im Ausschuss ihr Fazit. rnk

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