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Guten Morgen, liebe Kellerassel

Kinder entdecken den Wald Guten Morgen, liebe Kellerassel

Das Schöne an Klassikern ist, das sie niemals aus der Mode kommen. Und daher zieht es die Kinder der Krippengruppe des Familienzentrums Rolfshagen an drei Morgen unweigerlich dorthin, wo der Bach rauscht, wo das Wasser ist, wo es sich stauen lässt, wo man mit der Lupe erkennen kann, dass in diesem Wasser sogar das bunte Leben tobt.

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Na, was haben wir denn hier? Erzieherin Sylke Müller erklärt das Leben im und am Wasser.

Quelle: rnk

Rolfshagen. Also nimmt eine Zweijährige den Behälter mit der großen Lupe im Deckel, blickt durch und grüßt den gerade gefangenen krabbeligen Bewohner des Waldes: „Guten Morgen, liebe Kellerassel.“

 Nun ist eine Kellerassel im Waldbereich nicht unbedingt selten, aber das können die Kinder ja nicht wissen. Sie lässt sich leicht finden, und damit werden Erfolgserlebnisse geschaffen: Die Kellerassel lebt unter Steinen, in der Streuschicht frischer Laubwälder und Gebüsche und besonders gern in der Nähe von Totholz.

 Dort im Wald oberhalb des Sportplatzes sind die Zwei- und Dreijährigen der Krippe unterwegs, die nach den Angaben von Familienzentrums-Leiterin Beate Schürmann immerhin die Minimalvoraussetzungen für einen Besuch im Wald erfüllen: „Sie müssen laufen können.“

 Gleich drei lange Vormittage dürfen die Kinder im Wald verbringen, und das ist viel im Vergleich zum vergangenen Jahr, als sie gerade mal zweieinhalb Stunden den Wald erkunden durften. Es war ein erster Versuchsballon, der aber bei Kindern und Erziehern so gut ankam, dass der Kurzbesuch ein Jahr später auf drei Tage aufgestockt wurde. Schürmann formuliert es so: „Im letzten Jahr wurde geschnuppert, in diesem Jahr ging es mit großem Gepäck los.“

 20 Krippenkinder sind im Wald unterwegs, auch die restlichen 75 Besucher des Kindergartens sind im Wald, aber ganz woanders und die gesamte Woche. Wenn die Krippenkinder also heute im Familienzentrum kommen, werden sie ein leeres Haus vorfinden und damit das, was Schürmann eine „sanfte und nahtlose Übergangsgestaltung“ nennt. Hinter diesem sozialpädagogisch angehauchten Wortungetüm verbirgt sich dieser Gedanken: Zwei Tage lang können sich die Kinder ungestört die restlichen und leeren Räume angucken. Sie können schauen, wohin sie nach den Sommerferien kommen werden, wenn sie von der Krippe in den Kindergarten wechseln. Schürmann erklärt das Konzept: „Sie kommen von einer geschlossenen Gruppe in einen großen Raum, in dem sie sich zurechtfinden müssen. Und sie können diese Räume jetzt zwei Tage lang erkunden, das erleichtert hoffentlich den Übergang.“

 Eine Waldwoche, das sei lang anhaltende und lang nachwirkende Arbeit, erklärt Schürmann. Die Kinder gucken danach auf dem Außengelände des Kindergartens anders hin, sie sehen ihre Umwelt mit andern Augen, sie achten auf Dinge, die sie vor der Waldwoche komplett übersehen hätten: „Sie sind sensibilisierter“, meint Schürmann.

 Wer schon im Krippenbereich den Wald und alles, was dort wächst und kreucht und fleucht, kennen und schätzen gelernt hat, der kann auch im Ganztagsbereich seine Kenntnisse gerne wieder auffrischen: Dort wird ein Nachmittag im Wald zum Angebot gehören. „Die Kinder kennen den Weg ja“, sagt Schürmann, und personell ist das auch zu schaffen, auch wenn nicht jede Kollegin den Wald liebt. rnk

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