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Auetal Hege und Pflege
Schaumburg Auetal Hege und Pflege
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21:34 18.09.2017
Tue Gutes und künde davon: Sebastian Huck, Rolf Wittmann, eine neue Hinweistafel, Stefan Vollmer und Friedhelm Sassenberg. (v.l.). Quelle: PR.
RADEN

Denn wer Gutes tut, der möchte natürlich davon verkünden. Zu sehen und nachzulesen gibt es zunächst natürlich viel über die Gelbbauchunke und ihre Trittstein-Biotope, zu denen auch der Radener Bereich dort oben zählt. Neue Lebensräume wurden geschaffen, damit die Unke sich in Richtung Süden und Westen ausbreiten kann. Es ist ein Angebot, das sie schon vor längerer Zeit dankbar angenommen hat, etwa in zwei Kilometer Entfernung, im Steinbruch Segelhorst sowie in Borstel in der dortigen Tonkuhle.

 ber es ist nicht nur ein Trittstein für die Gelbbauchunke, der dort geeignete Lebensräume miteinander verbindet. Auch der Kammmolch, der Bergmolch, der Teichmolch, diverse Frösche und Kröten fühlen sich durchaus wohl. „Vor allem der Kammmolch“, sagt Vollmer als Auetaler Nabu-Chef, „findet hier beste Voraussetzungen vor, etwa einen großen, lang gezogenen Steinberg, in dem er überwintern kann.“ Direkt vor diesem Winterquartier, so Vollmer, werde man noch einen Tümpel anlegen – „amphibiengeeignet“. Kurzum: „Der Kammmolch kommt hier groß heraus.“

Der zweite Schutzacker ist eingerichtet

Der Tümpel ist beantragt, schließlich befindet er sich in einem Landschaftsschutzgebiet, „da kann man nicht einfach mal so einen Tümpel bauen“, sagt Vollmer. „Strukturreiches Offenland Raden“ nennt sich der Bereich etwas sperrig. Zwei wetterunabhängige Konik-Pferde grasen neben neun Rindern, der zweite Schutzacker ist eingerichtet und lässt im nächsten Jahr selten gewordene Ackerwildkräuter blühen, und auf der Wiese oberhalb des Offenlandes stehen noch einmal vier Wiederkäuer: Die Unterstützung für die Gelbbauchunke hat einige Nebenprojekte ermöglicht. Strukturvielfalt bedeutet Artenvielfalt, die Hecken etwa ermöglichen Rückzugsorte für Neuntöter, Raubwürger und andere Vogelarten; zugleich bieten sie Wind- und Erosionsschutz. „Viel ist nicht mehr zu machen“, erklärt der Nabu-Chef. Neben der Tümpelanlage wird ein schwerer Trecker noch einmal die Rillen neu anlegen, sozusagen als Wohnangebot an die Gelbbauchunke, die sich bekanntlich dort am wohlsten fühlt, wo gar nicht wächst. „Ansonsten“, so Vollmer, „werden wir hier die nächsten Jahre nur noch hegen und pflegen.“ rnk